Farbe bekennen
Farbe bekennen
Kaum war ich Christ geworden, stiess ich auf das Wort in Johannes 17,21–23. Hier bringt Jesus seinen Wunsch nach Einsein mit dem Vater wie auch untereinander zum Ausdruck. Ist das überhaupt möglich bei der Vielfarbigkeit und Unterschiedlichkeit der vielen Kirchen und Gemeinschaften? Dies war lange für mich eine offene Frage, die ich mir als mitverantwortlichem Leiter von drei ganz verschiedenen Gemeinschaften oft stellte, gerade wenn Zeiten der Disharmonie den Wunsch von Jesus so offensichtlich durchkreuzten.
Jahre später zeigt mir Jesus in einem Bild seine Lösung: Ich sah ein grosses, herrlich duftendes Blumenbouquet, wunderschön arrangiert in voller Pracht, das sorgsam von meisterhafter Hand hergerichtet war. Bei genauerem Hinschauen sah ich plötzlich die einzelnen Blumen in ihrer Unterschiedlichkeit, ihren verschiedenen Farben und Formen, ihrer Grösse und Art. Dann war es, als ob Jesus zu mir sagte: «Schau genau hin, denn jede der Blumen, die ich schuf, trinkt von demselben lebendigen Wasser, ehrt mich, bekennt Farbe und verrichtet seinen spezifischen Auftrag.»
Dieses Bild zeigte mir eindrücklich auf, dass unser Meister seine Braut zusammenstellt, reinigt, hegt und pflegt und mit dem lebendigen Wasser versorgt, sodass «jede Blume auf ihre Art Farbe bekennt». Ich muss nicht primär links und rechts schauen, vielmehr auf Jesus und dabei den Auftrag verrichten, den er mir gegeben hat, ob er angenehm ist oder nicht, ob er dem Nächsten schmeckt oder auch nicht. So bin ich seither fröhlich unterwegs im Wissen, dass ich meinen spezifischen Auftrag unter seiner Anleitung ausführen darf und damit «Farbe bekenne», sei es zurzeit oder auch mal zur Unzeit.
- René Bregenzer ist Mitglied der Missionsleitung von Campus für Christus.






