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Konzentration auf dein Wesentliches

Christen von heute sind mit einer unüberblickbaren Fülle von Einsatzmöglichkeiten, Bedürfnissen, Nöten, Seminaren, Trends, geistlichen Strömungen, Büchern und Herausforderungen konfrontiert.Von allen Seiten zerrt und ruft «es», und zu allem Elend erscheint vieles davon plausibel und wichtig zu sein. Wie kann ich mich inmitten dieser Vielfalt auf das Wesentliche konzentrieren? Was ist überhaupt das «Wesentliche»?

 

Folgende vier Punkte sollen eine Hilfe sein, um das eigene Leben

auf das Wesentliche hin zu gestalten:

 

  • Die Form bestimmt die Funktion
  • Aus ganzem Herzen handeln
  • Prioritäten setzen
  • Mein Leben ordnen

 

 

 

Die Form bestimmt die Funktion

Um mich auf das «Wesentliche» konzentrieren zu können, muss ich mein Wesen in der Tiefe erkennen. Gott hat uns absichtlich so geformt, wie wir sind. Wenn wir unser Wesen nicht verstehen, dann tun wir am Ende Dinge, von denen Gott nie die Absicht hatte, dass wir sie tun, und für die er uns nicht geschaffen hat. Verantwortlich zu leben beginnt damit, unsere persönliche Beschaffenheit zu verstehen. Unsere Form bestimmt unsere Funktion. Das SHAPE-Profil,1 ist ein Analyseleitfaden, der hilft, dieser inneren Form auf die Spur zu kommen. SHAPE steht für die fünf Elemente, (geist­liche Gaben, Herz, Fähigkeiten, Persönlichkeit und Erfahrung) die bestimmen, wie der Dienst einer Person am besten aussehen soll.

Wenn Sie aus Ihrem SHAPE, der inneren Form eben, im Dienst stehen, verspüren Sie Enthusiasmus für Ihre Aufgaben. Sie brauchen wenig äussere Motivatoren, Kontrollen und Herausforderungen, aber auch keinen ständigen Applaus. Sie lieben es, auf diese Art Ihren Beitrag zu bringen. Gleichzeitig sind Sie sehr effektiv in dem, was Sie tun. Ihre Leidenschaft bringt Qualität hervor.

 

Aus ganzem Herzen handeln

Die Bibel sagt: «Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.» In jeder Situation, in die uns Gott hineingestellt hat, sollen wir mit ganzem Herzen arbeiten, uns hineingeben, auch in einer schwierigen Arbeitssituation. Alles, was wir tun, sollen wir aus ganzem Herzen machen. Aber ist es nicht oft so, dass wir das schlicht nicht können, da unser Herz auf zu vielen Ebenen benötigt wird? Dies drückt sich in einem schlechten Gewissen aus, dass wir uns beispielsweise zu wenig in Beziehungen investieren, oder zu wenig Zeit haben, unsere Dienste in der Gemeinde gewissenhaft vorzubereiten.

Die Bibel sagt nicht, dass wir alles tun sollen, sondern dass wir alles, was wir tun, von Herzen tun sollen – darin liegt der Unterschied. Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir nur ein beschränktes Potenzial haben, Dinge aus ganzem Herzen zu tun. Hier ist das Geheimnis eines erfüllenden Lebens verborgen, eines Lebens, das sich auf das Wesentliche konzentriert. (2Kolosser 3,23)

 

Um diese Prioritäten setzen zu können, muss ich lernen, auf mein Herz zu hören. Viele Dinge fallen mir ins Auge, doch wenige landen in meinem Herzen. Nicht jedes offensichtliche Bedürfnis, nicht jede offen Türe ist eine Aufgabe für mich. Die Dinge, die anklingen, die einen inneren Widerhall finden, bekommen vermehrte Aufmerksamkeit. Manchmal schreien die Ansprüche von aussen laut und innere Antreiber wollen die feine Herzensstimme auch übertönen.

Da braucht es wachsende Unterscheidung zwischen diesen menschlichen Erwartungen und Ansprüchen, eigener Moralinstanzen, überzogenen geistlichen Forderungen und den Regungen des Herzens.

Das Hören auf die Stimme unseres Herzens können Sie zunächst dort einüben und kultivieren, wo Gott Sie selbstverständlich hineingestellt hat. Dazu gehört die tägliche Arbeit, die Familie, Ihr nächstes Umfeld, Ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen. Eine ganzherzige Hingabe in diesen Lebensbereichen setzt Freude, Veränderung und mehr Zufriedenheit frei.

 

Prioritäten setzen

Wir können und sollen nicht alles tun. Wenn wir unserer Beschaffenheit und unserem Herz im Gespräch mit Gott, Freunden oder einem Mentor auf die Spur gekommen sind, zeichnen sich Schwerpunkte ab.

Nun heisst es: Simplify your life – vereinfachen Sie Ihr Leben. Tun Sie weniger, das dafür mit ganzem Herzen! Konzentrieren Sie sich auf Ihr Wesentliches. Setzen Sie ganz bewusst Prioritäten. Halten Sie dazu alle Aktivitäten und Lebensbereiche schriftlich fest, verteilen Sie dann – im Hören auf Gott – die Prioritäten und machen Sie einen Abgleich mit Ihren Ressourcen.

Wir müssen uns bewusst sein:

Prioritäten sind auch eine Frage des Timings und unserer Lebensabschnittphasen. Der Lebensabschnitt, in dem Sie sich befinden, beeinflusst diese Schwerpunktverteilung stark. Vielleicht müssen gewisse Dinge, die für Sie wesentlich erscheinen, im Moment zugunsten anderer Bereiche in den Hintergrund treten (Beispiel: familiäre Verpflichtungen, Weiterbildung, Krankheit).

 

Mein Leben ordnen

Gestalten Sie Ihr Leben nun gemäss den herausgeschälten Prioritäten. Vereinfachen Sie Ihr Leben! Konkret kann das heissen:

  • Machen Sie generell weniger, dafür mit mehr Engagement und Qualität.
  • Investieren Sie sich dort, wo Sie für sich «Wesentliches» erkennen: Lernen Sie in diesen Bereichen dazu, entwickeln und bilden Sie sich darin weiter, engagieren Sie sich.
  • Verabschieden Sie sich aus Gremien, Teams, Vereinen, Spurgruppen, Sitzungen und Beziehungen, die für Sie nicht wesentlich sind und die Ihnen keine Freude machen.
  • Schaffen Sie sich dadurch Freiräume (zum Beispiel freie Abende) für Wesentliches wie Beziehungen, Erholung, Gebet, Bibel-Lesen, Gesundheit, Lebensqualität und für den Dienst, in den Gott Sie berufen hat oder rufen will.
  • Wechseln Sie Ihre Arbeitsstelle, falls Ihnen Ihre Arbeit über Jahre hinweg «unwesentlich» erscheint. Ein Kennzeichen dafür kann sein, wenn Sie Ihre Arbeitsstelle des öfteren als eine momentane Lösung bezeichnen («Ich werde hier nicht pensioniert.»).
  • Verbannen Sie die Wendung: «Ich habe keine Zeit» aus Ihrem Wortschatz.

 

Geistliche Reife bedeutet, sein Leben zunehmend auf das Wesentliche zu konzentrieren; Reife-Prozesse benötigen Erfahrungen und Zeit. Den Anfangspunkt dieser Lebensfokussierung können und sollten Sie selber initiieren – wann beginnen Sie?

 

Andreas Fürbringer

 

1SHAPE: Siehe dazu «Kirche mit Vision» Rick Warren, Koinonia Verlag S. 346

 

Artikel aus dem Christlichen Zeugnis 2004/1.

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