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Offene Türen in Italien

Rubrik: Campus per Cristo

Autor: Salvatore Farinato

Campus per Cristo, der italienischsprachige Zweig von Campus für Christus, hat in den ersten vier Jahren seines Bestehens nahezu eine halbe Million Menschen in der Schweiz und in Italien mit dem Evangelium erreicht.

Gott kennenlernen – mit Campus per Cristo

 

Jahrelang war es meine Sehnsucht gewesen, die italienischsprachige Bevölkerung in der Schweiz vermehrt mit dem Evangelium zu erreichen. Nachdem ich sechzehn Jahre in einem renommierten Finanzinstitut gearbeitet hatte und sich Ende 2005 eine berufliche Wende abzeichnete, baten meine Frau Elisabeth und ich Gott um seine Führung. Diese liess nicht lange auf sich warten: Bereits im April 2006 tat sich eine Tür bei Campus für Christus auf.

 

Italiens geistlicher Zustand

Wenn wir an Italien denken, haben wir wunderschöne Landschaften, gute Weine und feines Essen vor Augen. Wir stellen uns auch ein christliches Land vor, lauter Menschen, die das Evangelium kennen. Ersteres mag wohl stimmen, Letzteres entspricht leider nicht der Realität: Italiens Bevölkerung besteht aus sechzig Millionen Menschen. Davon bezeichnet sich nur gerade ein Drittel als Kirchgänger. In den letzten fünfzig Jahren haben Materialismus und atheistische Ideologien das einst christliche Land verändert und das Fundament christlicher Werte nachhaltig untergraben. Auch verzeichnet es durch die jahrzehntelange Einwanderung eine starke Ausbreitung muslimischer und fernöstlicher Religionen. Das Gegengewicht dazu bilden evangelische Bewegungen und einzelne katholische Strömungen, die den geistlichen Kampf aufgenommen haben. Italien verfügt über ein Netz von mehr als 3000 evangelischen Kirchen und Gemeinden mit rund über einer halben Million Mitgliedern. Aber für die rund 8000 politischen Gemeinden Italiens stellen diese Christen nur den sprichwörtlichen Tropfen auf den heissen Stein dar. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Denominationen nicht immer einfach ist: Fundamentalismus bei den einen, Liberalismus bei den anderen bilden zum Teil unüberwindbare Barrieren.

 

Schweizer Neutralität spielt positive Rolle

Für uns fing alles damit an, dass wir 2006 angefragt wurden, unsere Internetarbeit ConoscereDio.com auch in Italien zu starten. Wir waren uns bewusst, dass schon ein Versuch ein Jahr zuvor gescheitert war. Doch wir spürten, dass wir Schweizer dank unserer geografischen Distanz und konfessionellen Neutralität sowohl bei den Kirchen als auch bei wichtigen Missionswerken Vertrauen genossen und mit offenen Türen rechnen durften.

Mit Gebet und einer grossen Portion Gottvertrauen machten wir uns an die Arbeit. Inzwischen verzeichnet unsere Webseite ConoscereDio.com in den ersten achtzehn Monaten ihres Bestehens über 380 000 Besucher. Über hundert E-Coaches (Berater) betreuen und korrespondieren per E-Mail mit über 4000 Personen, die mehr über den Glauben wissen wollen. 95 Prozent dieser Korrespondenz stammt aus Italien. Bis zum Sommer 2010 rechnen wir damit, über eine halbe Million italienischsprachiger Menschen mit dem Evangelium erreichen zu können.

Aber ein ebenso grosses Wunder ist: Wir stehen heute in Zusammenarbeit mit über 50 Kirchen und Gemeinden aus 37 Denominationen. Und dies ohne Rivalitäten oder Konflikte.

 

Mit dem Evangelium um Sizilien

Wir werden oft angefragt, bei kleineren und grösseren Evangelisationen mitzuwirken. Zurzeit arbeiten wir mit italienischen Missionswerken und Gemeinden vor Ort an einem gewaltigen Projekt, dem «Festival della Vita»: eine Evangelisationsumseglung von Sizilien, die in 55 Tagen 15 Städte entlang der Küste berühren wird. Zeitungen, Radio und Lokalfernsehen machen diese Kampagne bereits bekannt.

Auch im Hinblick auf die Weltausstellung 2015, die in Mailand, Parma, Venedig und Lugano stattfinden wird, sind wir in erste Vorbereitungen von evangelistischen Projekten involviert. Natürlich verbinden die Italiener mit der Weltausstellung auch immer wirtschaftliche Hoffnungen. Aber das dringendste Problem ist nicht die Wirtschaftskrise, sondern der Verfall von Moral und ethischen Werten. Und das scheint viele Menschen zunehmend zu beschäftigen. Ein Zeichen dafür ist zum Beispiel das enorme Echo auf die DVD «Le ali della libertà», auf der sieben Menschen erzählen, wie ihr Leben durch die Begegnung mit Jesus Christus verändert wurde. Tonino Ciccaglione, Mitinitiator der DVD, ist einer davon. Er sagt, er bekomme ständig Anfragen von Menschen, die ihn aufgrund seines Lebensberichts um Hilfe bitten. In Italien ist diese DVD bereits 35 000-mal verteilt worden und hat auch in der Schweiz rund 10 000 Abnehmer gefunden.

Die Türen nach Italien sind weit offen. Kaum sind unsere Produkte in Italien bekannt, werden wir auch schon für Projekte und Seminare angefragt. Erst kürzlich hat uns der Leiter des Missionswerks Creactio bestätigt: «Was Italien braucht, sind zeitgemässe evangelistische Tools.»

 

Gottes Zeiten erkennen

Natürlich läuft nicht immer alles rund. Aber immer wieder erlebe ich, dass mir Gott genau zum richtigen Zeitpunkt freiwillige Mitarbeitende mit den entsprechenden Qualifikationen zur Seite stellt. Es sind mehrheitlich ehemalige Arbeitskolleginnen und -kollegen, die damals zu Jesus fanden. Sie sind motiviert, ihr Herz brennt für die Sache Gottes, und sie investieren gerne ihre Zeit, Talente und Gaben, um andere Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Ich versuche ganz einfach, ihnen eine angenehme Arbeitsatmosphäre anzubieten und sie vor allem in die Entwicklung des jeweiligen Projektes von Anfang an einzubeziehen. Es gibt nichts Schöneres, als die freudigen, leuchtenden Augen dieser Mitarbeitenden zu sehen, wenn sie vernehmen, dass auch durch ihre Arbeit Ewigkeitsfrucht entstehen durfte!

 

Weiterei Informationen zu Campus per Cristo »


 

 

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