Versöhnung ist eine Option!
Rubrik: Boppi
new generation
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 zum Jahr der Versöhnung ausgerufen. Wir sitzen also mitten in dieser Thematik drin, wie in einem Boot, und sind täglich herausgefordert, uns vom Lebensstrom der Versöhnung vorwärtstragen zu lassen. Nicht selten paddeln wir aber lieber stromaufwärts oder verirren uns in Seitenflüssen, denn Versöhnung hat die unangenehme Eigenschaft, aus den tollsten Trotzphasen (Jona lässt grüssen!) und den «schönsten» Diesmal-bin-ich-wirklich-zu-Recht-genervt-Stimmungen herauszureissen, in denen wir uns gerade wohlig gesuhlt haben. Oft will ich mich ja gar nicht versöhnen – mit nichts und niemandem. Leider ist vielen Menschen heutzutage gar nicht bewusst, dass Versöhnen überhaupt eine wählbare Option wäre. Unversöhntheit wurde zum Normalzustand ausgerufen. Kürzlich sitze ich im Zug, und eine erwachsene Person erzählt mir von ihrer «idiotischen Freundin», die keineswegs mehr ihre Freundin sei und auch nie mehr sein werde. Innerlich stutze ich, denn der Streitpunkt ist eine Bagatelle.
Wir Menschen paddeln offensichtlich lieber in den Gewässern des Unversöhntseins – in den Seitenflüssen des Lebensstroms mit ihren tückischen Stromschnellen und ihren stinkenden Brackwassertümpeln – und merken nicht, dass dies nicht normal ist. Wir leben mit Hass auf verschiedene Menschen und realisieren nicht, dass wir damit nicht primär deren Leben zerstören, sondern oftmals unser eigenes. George Washington hat einmal gesagt: «Ich lasse nicht zu, dass jemand mein Leben zerstört, indem er mich dazu bringt, ihn zu hassen.» Natürlich ist in christlichen Kreisen Hass ein zu hoch gegriffenes Wort. Wir ignorieren Tatsachen ja oft lieber ... wie auch unsere wahren Gefühle.
Versöhnung ist möglich! Versöhnung auf allen Ebenen. Ob mit anderen Menschen, mit Gott oder auch mit uns selbst. Gerade eben erzählte mir ein junger Mann, dass ein Satz – nämlich «Gott liebt dich, so wie du bist!» – aus einer Predigt, die ich vor zwei Jahren gehalten hatte, ihn dazu bewegt habe, seine Schuldgefühle und die damit verbundenen Selbstmordgedanken nach jahrelangem Ringen abzulegen. Versöhnung mit sich selber: So simpel wäre es, sich entspannt im Versöhnungsstrom des Lebens treiben zu lassen.
Das ist die krasse Botschaft der Bibel – du musst dich nicht in diesen Unversöhntheits-Seitengewässern abkämpfen. Gott hat mit dem Sterben von Jesus einen Plan ausgeheckt, wie du mit dir, anderen Menschen, deiner Familie, deinen (Ex-)Freunden, deinen Lebensumständen, der Schöpfung und vor allem mit ihm selbst wieder versöhnt leben kannst!
Kolosser 1,20: «Durch ihn wollte Gott alles versöhnen und zu neuer, heilvoller Einheit verbinden. Alles, was gegeneinander streitet, wollte er zur Einheit zusammenführen, nachdem er Frieden gestiftet hat durch das Blut, das Jesus am Kreuz vergoss; alles, was auf der Erde und im Himmel lebt, sollte geeint werden durch ihn und in ihm als dem letzten Ziel.»
Andreas Boppart (Boppi) ist Eventprediger und Autor und leitet den Arbeitszweig campus generation ministry.
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