Biblische Verwalterschaft
Rubrik: CROWN Life
«Ich fühlte die Sehnsucht, dass Gott einen aktiveren Part übernimmt», erzählt Benjamin Regez. Dass sich Gott weiterhin um die Geschicke ihrer Softwarefirma kümmern würde, war für ihn und seine Partner eine ganz neue Perspektive.
Angefangen hat es mit einem Buch: Eines Tages, ohne sein Zutun, lag es in seinem Briefkasten. Aber gelesen hat er «Mäuse, Motten & Mercedes» erst fünf Jahre später. In den Ferien. Aufgegangen sei die Saat schnell, aber auf dem noch dünnen Boden seines Herzens auch rasch wieder verdorrt, gibt er zu. Es brauchte einen zweiten Anlauf.
Kraft und Wille, etwas zu ändern
Vor zehn Jahren, noch während seines Informatikstudiums, gründete Benjamin Regez mit einem seiner Brüder und einem Freund eine eigene Softwarefirma. Viel Freizeit sei dabei draufgegangen, die andere im Ausgang verbracht hätten. Es war 2007, als er als Letzter der drei für ein Jahr eine Auszeit nehmen konnte. Auf die Weltreise nahm er das erwähnte Buch mit. Diesmal entfachte der Inhalt mehr als bloss ein Strohfeuer: In der Karibik schrieb er auf, was seines Erachtens im Geschäft geändert werden sollte, und schickte das Papier seinen Geschäftspartnern. Wo es im Geschäftsalltag unterging ...
2008, ein Jahr später, wurden alle drei Geschäftspartner über eine Kontaktperson zum Finanzseminar «Power of Money» eingeladen. Ohne zu zögern meldete Regez sich, zwei Brüder, deren Ehefrauen und den Geschäftspartner für die zweimal drei Tage im Oktober und November an. «Das Seminar stand zwar unter dem Thema Geld, doch am Ende ging es gar nicht mehr so sehr um Finanzen, sondern um die Auswirkung des Wortes Gottes auf unseren Alltag, speziell auch auf unseren Geschäftsalltag.» Die Autorität und Glaubwürdigkeit des Referenten und seiner Frau beeindruckten Regez.
Aufgewachsen in einer christlichen Familie, bezeichnet sich Regez als «Christ der zweiten Generation», der mit seiner Lauheit zu kämpfen habe – ein Bein in der Welt, das andere im Reich Gottes. «Insgeheim fühlte ich aber die Sehnsucht, dass Gott einen viel aktiveren Part in meinem Alltag spielen würde.» Denn wie seine Eltern und Brüder war auch er mit Herzblut Geschäftsmann, aber fürs Reich Gottes brachte er einfach nicht die gleiche Begeisterung auf.
Das änderte sich im Monat zwischen den Seminarblöcken. Da wurde aufgeräumt – geschäftlich wie privat. So hat beispielsweise der Begriff Ehrlichkeit eine komplett neue Dimension angenommen und wird konsequent gelebt. Dies kann mitunter ziemlich schwierig sein, insbesondere dann, wenn absolute Ehrlichkeit erhebliche Nachteile – zumindest aus menschlicher Sicht – mit sich bringt. Aber dass sich die konsequente Nachfolge lohnt, wurde schnell spürbar. So konnte erst vor kurzem ein grösserer Auftrag aufgrund eben dieser Transparenz gewonnen werden, und auch im persönlichen Leben tat sich einiges: Alte Sünden wurden bekannt und bereinigt – fünfmal der Entschluss gefällt, sich taufen zu lassen.
Finanzplanung als Herausforderung
Die Mitarbeitenden wissen, dass sich die drei Geschäftsleiter regelmässig zum Gebet zurückziehen. Manchmal geht es bei den Anliegen um wirklich schwierige und auch verfahrene Situationen: Noch vor Regez’ Auszeit brach ein Geschäftskunde ein Projekt ab, und das entsprechende Dossier landete nach seiner Rückkehr ebenfalls wieder auf seinem Schreibtisch. Er sollte sich um eine offene Forderung von mehreren Zehntausend Franken kümmern. Eines Morgens diskutierten sie die Situation erneut in der Geschäftsleitungssitzung - auch der Termin mit dem Anwalt, um rechtliche Schritte einzuleiten, stand am Nachmittag an -, da hörte er eine innere Stimme sagen: «Vergiss den Anwalt, mach es auf meine Art!» - Er überlegte kurz und dachte dann: «Wenn der Termin vonseiten des Anwalts abgesagt wird, dann mache ich es auf seine Art.» Während einer kurzen Sitzungspause kam die Assistentin auf ihn zu und teilte ihm mit, der Anwalt müsse seinen Termin für heute absagen. - Da war die Sache klar, und er stellte – obwohl die Situation seit über einem Jahr stagnierte und der Kunde nicht willens war, weitere Forderungen zu begleichen – ihm die offenen Rechnungen nochmals zu. Gleichzeitig nahmen die drei Geschäftspartner die Angelegenheit in die gemeinsame Gebetszeit mit. Ihre Herausforderung: Konnten sie glauben, dass der ausstehende Betrag voll und ganz beglichen wird, und damit Gott und seinen Zusagen trauen? Schliesslich setzten sie im Finanzplan den vollen Betrag ein, nachdem sie es zuerst mit null Franken versucht hatten. Die Probe wollten sie einfach bestehen. Und wirklich: Mit minimalem Aufwand – ein kurzer E-Mail-Verkehr genügte – erhielten sie die Zusage des Schuldners, die Hälfte zu bezahlen. Damit, so meinte dieser, sei zumindest seine vertragliche Pflicht erfüllt, für den Rest wolle er den Nachweis seiner Bestellung sehen. «Die konnten wir ihm zeigen, und nach drei Monaten war die Sache erledigt», versichert Regez. Das war eine völlig neue Dimension in ihrer Geschäftstätigkeit. Eine Dimension, bei der Gott eine aktive Rolle übernimmt und solche Dinge auf seine Art löst. «Auch in den neun Jahren zuvor hatte uns Gott immer wieder gesegnet, doch solche beeindruckenden Erlebnisse stärken unseren Glauben enorm», so Regez und fährt fort, «Gott ist für mich konkreter und persönlicher geworden. Ich geniesse das Leben und bin dankbar dafür, dass ich mich in jeder Situation auf Gott verlassen kann.»
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