Eine Familie findet neues Leben
Rubrik: Alphalive
Mit Sonja Durrer aus Trogen beginnt die Geschichte: 2002 wird sie von einer Schulkollegin in einen Bibelkreis eingeladen. Der Grundstein für einen späteren Alphalive-Kurs.
Sonja, Tochter
Obwohl Sonja, damals zwölf, nicht viel versteht, findet sie die Diskussionen im Bibelkreis spannend. Zwei Jahre später fragt die Leiterin, ob sie als Gruppe an einem Alphalive-Kurs teilnehmen wollten. Alle sind einverstanden, und Sonja nimmt mit ihren neuen Freunden am Kurs teil. Die anderen Kursteilnehmer sind alles Erwachsene; trotzdem fühlt sich Sonja wohl. Sie singt gerne mit, findet die Referate verständlich und interessant. «Doch verstanden, worum es tatsächlich geht, welches Angebot Jesus uns macht, habe ich damals nicht», erzählt sie heute. Erst im Alphalive-Wochenende, als sie mit Tamara, ihrer Gruppenleiterin, am Samstagnachmittag einen Spaziergang unternimmt, dämmert es ihr: «Ich realisierte, dass Jesus all meine Schuld auf sich nimmt, ja, dass er mich vollständig befreit.» Am Abend nach dem Referat «Wie werde ich erfüllt mit dem Heiligen Geist?» spürt Sonja, dass sie innerlich bereit ist. Sie bittet die Kursleiterin um Gebet und vertraut so ihr Leben Gott an. Am Sonntagmorgen wird sie gebeten, den anderen davon zu erzählen. «Ich fühlte mich zuerst überfordert», erzählt Sonja, «verspürte dann aber plötzlich eine tiefe innere Freiheit und Freude, die bis heute anhält.»
Monika, Mutter
Sonja versteht es, ihre Mutter Monika für den Alphalive-Kurs zu begeistern. Ein Jahr später ist diese im Kurs mit dabei. Sie fühlt sich jedoch in der Gesprächsrunde nicht so wohl und nimmt auch nicht am Alphalive-Wochenende teil. Trotzdem hilft Monika in den nächsten zwei Kursen als Köchin mit. Beim Abwasch spricht man über die Referate. «Da ist mir vieles über den christlichen Glauben klar geworden», sagt Monika, «besonders, dass Gott mich bedingungslos liebt und in grenzenloser Gnade annimmt.» Monika beginnt eine persönliche Entdeckungsreise im Glauben. Inzwischen engagiert sich Sonja im Gebet weiter intensiv für ihre Familie, besonders auch, weil sie merkt, dass ihr Vater dem Glauben gegenüber nicht abgeneigt ist, ihn aber auch verschiedene Sorgen umtreiben.
Toni, Vater
Für Toni, aufgewachsen in der katholischen Innerschweiz, war die Kirche seit je ein wohltuender Ort der Stille. «Ich kannte immer Ehrfurcht gegenüber Gott, die mir wohl meine Grossmutter vermittelt hatte», erinnert er sich und erzählt von seinem Werdegang: Mit fünfzehn Jahren zieht er aus, um am Genfersee ein Praktikum als Küchenhilfe zu machen. Nach seiner Kochlehre findet er eine gute Stelle in einem Hotel mit internationaler Küche, eignet sich die Kunst der Nouvelle Cuisine an und lernt seine künftige Frau Monika kennen, die dort als Au-Pair arbeitet und das Haushaltslehrjahr absolviert. 1982 ziehen die Durrers in die Ostschweiz, heiraten 1986, und ein Jahr später kommt ihr erster Sohn Thomas zur Welt, 1988 Christian, 1989 Sonja und zwei Jahre später Vreni. Als die Freude am exklusiven Kochen nachlässt und Toni eine neue Herausforderung sucht, ergibt sich die Möglichkeit, als Koch im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen einzusteigen. «Die Möglichkeit, mit Kindern und für einen guten Zweck zu arbeiten, gefiel mir», erzählt Toni. In diesen Jahren kaufen sie sich ein Haus in Trogen, renovieren es mit liebevoll-väterlicher Hilfe eines Schreiners und geniessen das Einrichten und Gestalten der eigenen vier Wände. Toni ist neben seinem Beruf auch sonst engagiert, sei es in der Feuerwehr oder im Männerchor. Mit dem Älterwerden der Kinder findet die Familie Durrer durch die kirchlichen Angebote Zugang zur reformierten Kirche. Toni schätzt die Einfachheit und Schlichtheit dieser Gottesdienste. Hugo Welz, der Schreiner, lässt sie ab und zu etwas von seinem Glauben erfahren, und die Nachbarin, die ältere Menschen in ihrem Haus pflegt, versteht es, in Gesprächen von Jesus zu erzählen. Manchmal betet man auch gemeinsam.
Thomas, Sohn
Thomas hat in seiner Ausbildung zum Motorradmechaniker angefangen, vermehrt am Wochenende einen über den Durst zu trinken. Oft kommt er betrunken nach Hause. Seine Schwester Sonja schreibt ihm Briefe und Karten, in denen sie ihm sagt, wie gern sie ihn hat und wie sie sein Lebenswandel schmerzt. Dies bewegt ihn sehr, obwohl er das nach aussen nie zeigt. Als sich Sonja am 1. Juni 2008 in der Gemeinde des Evangelischen Brüdervereins (seit 2009 Gemeinde für Christus) taufen lässt, geht Thomas hin. «Zwar noch mit einem Nachbrenner der durchzechten Nacht, aber ich fand, dies sei ich Sonja schuldig», erzählt Thomas. Der Gottesdienst findet im Freien statt, und Thomas ist erstaunt, wie freundlich die Menschen dort sind. Die Erlebnisse mit Gott, die im Gottesdienst erzählt werden, berühren ihn tief. «Ich spürte, dass Gott hier ist.» Thomas ahnt, dass ihn dies alles noch weiterbeschäftigen wird. Was ihn besonders wundert, ist die Ruhe, die er im Hinblick auf seine Lehrabschlussprüfung verspürt, die am anderen Tag beginnen wird. Und als an jenem Montag die Prüfung gar nicht optimal läuft, erstaunt ihn der bleibende Friede noch mehr. Am Ende der Woche kann er dennoch mit einer guten Note abschliessen. In den nächsten zehn Tagen beginnt er sein Wochenendumfeld mit anderen Augen zu sehen. Die Flucherei in der Clique stört ihn plötzlich, und es zieht ihn mehr zur Schwester, um mit ihr über Gott und die Bibel zu diskutieren. Thomas hat bis dahin kein Interesse gehabt, sich mit Gott auseinanderzusetzen. «Ich wollte mich erst als Greis mit diesem Thema beschäftigen und vorher das Leben in vollen Zügen geniessen», gesteht er. «Ich suchte Anerkennung, träumte von einem rechten Motorrad, grossen Ferien und von Frauen.» Am nächsten Wochenende geht er mit in die Jugendgruppe, in die ihn Sonja eingeladen hat. Er fühlt sich zwar wohl, findet aber, er brauche noch ein wenig Zeit, sich für Gott zu entscheiden.
Im Herbst 2008 besucht Vater Toni zusammen mit Thomas und Sonja den Alphalive-Kurs. Der Kurs wird in einem Bergrestaurant oberhalb von Trogen durchgeführt. Mit viel Ermutigung nimmt Monika zum ersten Mal am Alphalive-Wochenende teil. Hier erlebt sie, wie Gott sie mit seiner Liebe umfängt und ihr Dinge vergibt, die sie schwer belastet haben. Toni und Monika können einander vergeben und nehmen auch die Kinder mit auf ihren Versöhnungsweg. Monika besucht den Rest des Kurses und erlebt, wie Gott sie Schritt für Schritt von ihrer inneren Zerrissenheit heilt. «In dieser kurzen Zeit», berichtet Toni, «hat Gott so viel Wunderbares in unserem Leben gewirkt. Wir sind Jesus sehr dankbar, dass er uns nie aufgegeben hat.»
Sonja meint heute: «Mein grösster Gebetswunsch hat sich in diesen letzten Monaten erfüllt. Wir erleben Gott in unserer Familie! Es ist, als würde uns Jesus als ganze Familie neu miteinander verbinden, auch wenn er mit jedem von uns seinen persönlichen Weg geht und seine eigene Geschichte schreibt.»
Weitere Informationen zu Alphalive »
Erlebt
Seit 2001: Studentengemeinde Campus live in Zürich

«Studierende suchen eine Heimat, einen Ort der Gemeinschaft und der Zugehörigkeit. In einem solchen Rahmen sind sie am ehesten bereit, Schritte im Glauben zu wagen und ihre Gaben einzusetzen», erklärt...» mehr
Über den Mittag in der Kanti: Eine Portion Jesus

Dass Jugend Alphalive in den verschiedensten Kontexten angeboten wird, ist schon lange bekannt. Jetzt hat auch eine Bibelgruppe einen Kurs gewagt und positive Erfahrungen gesammelt. Dabei kürzten sie ...» mehr
Mega-Kurs mit DVD

Etienne Josi berichtet vom Jugend Alphalive-Kurs in Frutigen, der in mancher Hinsicht ein spezieller Kurs war. Insgesamt trafen sich nämlich 60 Teilnehmer. Mit Eigeninitiative führten nach dem fünften...» mehr






