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Einfach absurd

Rubrik: Boppi

Autor: Andreas Boppart (Boppi)

new generation

Ist einfach zu einfach? Ich mag es eigentlich gerne einfach. Wenn Tamara, meine Frau, mir erklärt, wie ich die Waschmaschine zu bedienen habe, dann mag ich es einfach. Wenn ich am Computer irgendwelche Programme bedienen oder gar die Steuererklärung ausfüllen muss, dann mag ich es einfach. Nehmen wir mal an, ich wäre mitten in Zürich und müsste mal. Dringend. Angenommen, es gäbe nur eine einzige Toilette und ich würde genau an den Typen geraten, der mir den Weg so ausführlich und kompliziert erklärt, dass ich sicher dreimal das falsche Tram erwischte und noch siebenmal nach dem Weg fragen müsste, um am Ende zu realisieren, dass ich zu Beginn schon die Toilette bloss zwei Meter im Rücken gehabt hätte ... Ich würde austicken. Der Weg zur «Erlösung» wäre so einfach gewesen. Direkter. Schneller.

 

Ist es nicht auch so mit dem Weg zur richtigen Erlösung? Zum erlösten Leben, das Gott uns anbietet und das wir im Glauben an Jesus erfahren können? «Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet» (Römer 10,9)! Sehr einfach. Sehr geradlinig. Und auch sehr machbar. Richtig. Das Toilettenbeispiel ist völlig absurd. Aber ist nicht auch das Evangelium einfach absurd? Also einfach und absurd. Wie anders lässt sich erklären, dass ein direkter Zusammenhang zwischen einem Zimmermann, den man an ein Holz nagelt, und einem ewigen Leben besteht? Oder dass es eine unsichtbare Verbindung zwischen «Vater und Mutter ehren» und einem langen Leben gibt (5. Mose 5,16)?

 

Schon Paulus hat den Korinthern erklärt: «Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist‘s eine Gotteskraft» (1. Korinther 1,18). Ganz viele lassen sich von diesem scheinbar Absurd-Banalen irritieren. Aber so hat Gott sich das ausgedacht und eingefädelt. Wer von ganzem Herzen zugibt, dass er eigentlich gar nicht so weit sieht und denken kann, wie er oft vorgibt, und dieses Einfach-Absurde des Evangeliums akzeptiert, wird ewig leben. Weil das so ist, bin ich in Sachen Glauben ganz gerne ein Narr. Einer, der ewig lebt.

 


 

 

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