Entstehung von Campus für Christus in der Schweiz
Anfang der 70er Jahre lernten Ben und Barbara Jakob, damals 24-jährig, auf ihrer Hochzeitsreise in den USA die Missionsbewegung «Campus für Christus» kennen. Diese wurde 1951 von Bill und Vonette Bright gegründet. Zurück in der Schweiz begann das Ehepaar 1973 mit dem Aufbau der Schweizer Arbeit von Campus für Christus.
Die ersten zehn Jahre
Mit Schulungskursen für persönliche Evangelisation trainierten sie zusammen mit ersten vollzeitlichen Mitarbeitern im ganzen Land Christen aus allen Kirchen. Es ging darum, wie man mit den «Vier geistlichen Gesetzen» und dem Büchlein «Das vom Heiligen Geist erfüllte Leben» die Menschen auf der Strasse und im persönlichen Umfeld für ein Leben mit Jesus gewinnen und sie darin fördern könnte.
1976 starteten Hanspeter und Vreni Nüesch an den Zürcher Hochschulen die Studentenarbeit, die dann in den Achtzigerjahren unter Urs Schmid ein blühendes Wachstum erlebte: 200 – 300 Studierende besuchten die wöchentlichen Gottesdienste.
1979 wurde in Biel ein Pilotprojekt der «Aktion Neues Leben» durchgeführt. Weitere dieser überkonfessionellen, von Laien aus Landes- und Freikirchen getragenen missionarischen Projekte fanden zwischen 1980 und 1989 in den meisten Kantonen der deutschen und französischen Schweiz statt. Als Folge davon entstanden über 3000 offene Bibelgesprächskreise, in denen kirchendistanzierte Menschen erstmals oder neu Zugang zum Glauben an Jesus fanden.
Neue Leiterschaft - neue Projekte
1983 übergaben Ben und Barbara Jakob die Leitung von Campus für Christus Schweiz an Hanspeter und Vreni Nüesch. Sie selber zogen nach Deutschland, um dort die «Aktion Neues Leben» zu fördern. Ebenfalls 1983 fand das erste Frühstückstreffen «Von Frauen für Frauen» in Zürich statt. Über 900 Frauen kamen, und in kürzester Zeit breitete sich die Idee der überkonfessionellen Frauentreffen und –gruppen in alle Teile der Schweiz aus – bis hin nach Deutschland und in andere europäische Länder.
Unter dem Motto «Damit die Welt anders wird» fand 1985 in Basel die erste EXPLO statt. Sie war eine von weltweit 90 EXPLO-Konferenzen, die zum Ziel hatten, die Christen zum aktiven Hinaustragen des Evangeliums zu motivieren und auszurüsten. Für die 1800 Dauerteilnehmer und 3500 Tagesgäste in Basel standen die denkwürdigen Vorträge von Pfarrer Urs Schmid über das Leben im Heiligen Geist im Vordergrund. Sie wurden zum Türöffner für eine wachsende Offenheit für die Person und das Wirken des Heiligen Geistes bei Christen aller Denominationen in unserem Land. Zwischen 1988 und 2004 folgten weitere fünf EXPLOs in Basel und Lausanne mit teilweise über 10'000 Besuchern. Sie alle hatten zum Ziel, den Leib Jesu über denominationelle Grenzen hinweg für das gemeinsame Anliegen von Evangelisation und Jüngerschaft zu motivieren und auszusenden.
Neue Zielgruppen
Die ursprünglichen Kerngeschäfte Studentenarbeit (später unter dem Namen «Campus live»), die «Aktion Neues Leben» und die EXPLO-Konferenzen dienten im Laufe der Jahre als Katalysatoren für weitere Zielgruppenarbeiten:
- Sportler (Athletes in Action ab 1984)
- Musiker (Crescendo ab 1987)
- Christen in Leitungsverantwortung (Institut Koinonia ab 1992, Leadership Link ab 2009)
- Menschen im Gesundheitswesen (Christen im Dienst an Kranken - CDK, Anschluss an Campus für Christus 1997)
- Männer (Männerforum 1998-2008)
- Frauen (Frühstückstreffen ab 1983)
- Ehepaare und Familien (FamilyLife ab 2003)
- Jugend (Campus Generation ab 2003)
- Internet-User (Internet-Ministry ab 2007)
Zunehmend internationales Engagement
Ab 1991 erlebte die internationale Arbeit «Agape international» durch das Fallen der Grenzen im Osten einen grossen Aufschwung: Im Zuge der „Mission Wolga“ und der „Mission Ural“ gingen immer wieder neue Türen auf für Evangelisation, Barmherzigkeitsdienste und Gemeindegründung. Zunächst in Russland, später in der Mongolei, in China, Nepal, Nordkorea, Kuba, Argentinien, Libanon, Zentralasien, im frankophonen Afrika und anderswo. Gleichzeitig entstand in den Neunziger Jahren das «New Life Network» (heute «Agape Media»), ein Netzwerk, das familienfreundliche Fernseh-Sendungen in viele, vor allem für traditionelle Mission geschlossene Länder vermittelte.
Vielfältige Multiplikation
Von Anfang an war es das Anliegen von Campus für Christus, Bewegungen zu lancieren und entsprechend Multiplikatoren dafür auszubilden. Diese «Timotheusse» sollten gemäss 2. Timotheus 2,2 «fähig sein, das, was sie gelernt hatten, in andere Menschen zu investieren».



