| «Seit den 1990er-Jahren hat sich die Regenzeit von vier auf zwei Monate halbiert und die Wüste rückt vor», berichtet mir der Leiter von Campus für Christus Tschad. Es ist Februar und die Hitze ist mit rund 40 °C gewaltig. Der Klimawandel ist hier kein abstraktes Konzept, sondern eine Bedrohung.
Agape international setzt auf Fachwissen aus der afrikanischen Nachbarschaft. Die Schulung «Gärtnern nach biblischen Prinzipien» wird im August 2026 von einem Agronom aus Burkina Faso geleitet werden. «Unsere Länder haben die gleichen Herausforderungen», erzählt ein tschadischer Student, «ich bin gespannt, was ich von ihm lernen und anwenden kann.» An der Schulung werden neben dem Team im Büro in der Hauptstadt N’Djamena auch weitere Interessierte aus den südlichen Regionen des Landes teilnehmen. Das Ziel ist, dass die Teilnehmenden danach mit dem Wissen ausgerüstet sind, auch selbst Schulungen zu leiten. Somit sollen über Jahre hinweg möglichst viele Menschen im ganzen Land erreicht werden. «Wenn wir uns auf der Strasse, bei Freunden oder auf dem Markt treffen, ist Gartenarbeit oder der Ertrag unserer Felder immer ein Thema – es gehört einfach zu unserem Leben dazu», erklärt mir Sylvestre Danwe, der Leiter von Campus für Christus Tschad. «Über das Wissen um nachhaltige Kreisläufe in der Schöpfung kommen wir ins Gespräch, können unsere Sorgen und Nöte teilen und schliesslich unserem Gegenüber handfeste Tipps und Tricks mitgeben, die jeder und jede einfach umsetzen kann.» Die Schulung lehrt z.B. die «No Dig»-Methode. Der Boden wird nicht gepflügt, sondern durch Mulchen vor Erosion und Austrocknung geschützt. Die organische Schicht verrottet und düngt auf natürliche Weise den Boden. Der Ertrag erhöht sich um das Drei- bis Fünffache im Vergleich zu konventionellen Methoden. Die Felder sollen ausserdem nicht mehr nach der Ernte abgebrannt werden. Die Nährstoffe aus den Maisstängeln zum Beispiel lösen sich nicht mehr in Rauch auf, sondern werden durch Kompostierung vor Ort dem Boden wieder zugeführt. Mich persönlich begeistert, dass das Grundprinzip der Schulung darauf aufbaut, bereits Vorhandenes zu nutzen. Ein afrikanischer Haushalt produziert täglich viel organischen Küchenabfall. Leider wird dieser Rohstoff aber kaum genutzt. Dabei können diese Materialien einfach nach dem Umweg über den Komposthaufen zum Düngen eingesetzt werden. Oder Teile davon werden direkt als Mulchschicht verwendet. Saatgut kann aus gekauftem Obst und Gemüse gewonnen werden, biologisches Insektizid wird aus Kräutern oder Holzasche hergestellt. Mit einfachsten Methoden werden die Menschen in eine grössere Unabhängigkeit geführt. Und durch den Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide, bleibt am Ende des Monats mehr im Portemonnaie übrig. Von den gesundheitlichen Vorteilen ganz zu schweigen! Das Ziel von «Gärtnern nach biblischen Prinzipien» ist ökologische Nachhaltigkeit. Wenn wir Kreisläufe respektieren, die Gott in die Schöpfung gelegt hat, kann dem Boden, der Natur und uns geholfen werden. Die Schöpfung respektieren, heisst den Schöpfer ehren. Nachhaltigkeit beginnt beim Verständnis, dass wir Verwalter, nicht Eigentümer der Erde sind. |

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