Er wird behüten

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Der Herr wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit. Psalm 121,8

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Die Reihenfolge ist ungewöhnlich: erst der Ausgang, dann der Eingang. Eigentlich fangen wir doch beim Eingang an – wenn wir ein Gebäude betreten, den Zug besteigen oder einen Besuch machen. So lautet 5. Mose 28,6: Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet wirst du sein bei deinem Ausgang. Oder in Johannes 10,9 verspricht Jesus: Ich bin die Tür [für die Schafe]. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. «Weide» steht als Bild für Nahrung und Ver sorgung, Raum zum Leben, ein Wirkungsfeld mit Be wegungsfreiheit. Diese und andere Bibelworte ermutigen uns, beim Ein- und Ausgehen mit Gottes Schutz und Segen zu rechnen. So weit, so gut.

Doch hier in Psalm 121,8 ist die Reihenfolge umgedreht. Dadurch eröffnet sich eine spannende Perspektive in Bezug auf Übergänge im Leben. Zum Beispiel beim Wechsel von einer Arbeitsstelle zu einem neuen Job, beim Abschluss der Ausbildung und dem Einstieg ins Berufsleben, oder – wie aktuell bei mir – beim Beenden des offiziellen Berufslebens und dem Eintreten in den Stand der Pensionierung. Auch der Verlust oder die Trennung von Menschen und das Hineinfinden in ein neues Beziehungsfeld gehören dazu. Die Reihenfolge Ausgang-Eingang bedeutet dann, dass zuerst unser «Ausgang» – oder Abgang – gut, abgerundet und versöhnt sein sollte, bevor der «Eingang» ins Neue gelingen kann. Es scheint wichtig, dass wir, um neu anzufangen, gut aufhören und Vergangenes sorgfältig abschliessen.

Leider geht das im Leben nicht immer reibungslos und geradlinig ab. Manchmal treffen uns Ausgänge und Abgänge unvorbereitet, können ungerecht, schmerzhaft und traurig sein. Umso entscheidender ist es dann, nicht einfach blindlings in Neues hineinzustolpern, sondern – gerade mit Psalm 121,8 als Verheissung – Gott als Hüter und Bewahrer zunächst in unseren «Ausgang» einzubeziehen: Wo wir von einer Ausgangserfahrung noch verletzt sind, vor Gott zu klagen, zu trauern, uns mit seiner Hilfe mit dem, was gewesen ist, auszusöhnen. Wo ein Ausgang noch ansteht, mit Gott und Freunden darüber zu reden, wie wir diesen Abschlussprozess konstruktiv und mit Stil gestalten wollen.

Schliesslich heisst es noch: von nun an bis in Ewigkeit. Wir dürfen in Anlehnung an Hebräer 13,7 und Psalm 73,24 Gott vertrauen, dass er uns auch im Hinblick auf den Ausgang aus diesem Leben behütet und be wahrt: dass er uns dabei hilft, dass wir «gut enden», und uns entsprech end leitet und zubereitet für den Eingang in seine neue Welt.

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