Frieden finden, wo er unmöglich scheint

«

An der Grenze zwischen dem Sudan und dem Tschad spielt sich eine der grössten Tragödien unserer Zeit ab. Doch dort, wo Hunger und Verfolgung den Alltag prägen, entsteht derzeit eine Dynamik der Hoffnung. Ein Mitarbeiter unseres Partners vor Ort kehrte kürzlich von einem Einsatz in der Region Adré zurück. Aus Sicherheitsgründen können wir seinen Namen nicht nennen, doch sein Interview zeichnet ein Bild von erschütternder Not und gleichzeitigem tiefem Glauben.

»

Du bist gerade aus dem Osten des Tschad zurückgekommen. Dein Bericht für die Zeit von Dezember 2025 bis Februar 2026 zeigt viel Not, aber auch eine unglaubliche Hoffnung. Wie nimmst du die Lage vor Ort im Moment wahr?

Die Situation ist wirklich kaum in Worte zu fassen. Wir erleben dort eine der schwersten humanitären Krisen unserer Zeit. Seit der Krieg im Sudan 2023 eskaliert ist, sind über 1,2 Millionen Menschen in den Tschad geflohen. Jeden Tag kommen in der Gegend um Adré neue Familien an, die vor den Gräueltaten in Darfur geflohen sind. Die Menschen kommen mit absolut nichts – sie haben ihr Zuhause, ihre Sicherheit und oft ihre engsten Angehörigen verloren.

Du schreibst in deinem Bericht, dass die internationale Hilfe massiv zurückgeht. Woran liegt das?

Das ist das grosse Drama. Viele NGOs, die unter dem Schirm der Vereinten Nationen arbeiten, mussten ihre Hilfe drastisch kürzen. Ein Hauptgrund ist, dass die USAID ihre Finanzierung für diese Programme stark reduziert haben. In den Lagern herrscht eine unbeschreibliche Prekarität. Aber genau in dieser tiefen Not erleben wir, dass Gott die Herzen der Menschen öffnet.

Du sprichst von einer geistlichen Öffnung unter der sudanesischen Bevölkerung. Wie begegnen euch die Menschen?

Der Unterschied liegt im Vorbild. Viele Flüchtlinge sagen uns ganz offen, dass sie vor der Gewalt geflohen sind, die ihnen von ihren eigenen Glaubensbrüdern angetan wurde. Wenn sie dann sehen, wie wir als Christen ihnen mit praktischer Liebe und Respekt begegnen, verändert das alles. Zwischen Dezember und Februar konnten wir fünf Hauskirchen für die Flüchtenden gründen. Wir betreuen aktuell etwa 200 Familien. Im April führten wir eine grosse Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern für den alltäglichen Gebrauch durch. Wir hören den Leuten zu, trinken mit ihnen Tee und bieten Gebet an, wenn dies von ihnen gewünscht wird. Die Menschen merken: Jesus bietet ihnen nicht nur Brot, sondern echten Frieden und eine Hoffnung, die über das Überleben hinausgeht.

Ein berührendes Beispiel ist Nora (Name geändert). Kannst du uns mehr über sie erzählen?

Nora ist eine unglaublich mutige Frau. Im Januar hat sie sich zusammen mit ihren Kindern entschieden, Jesus nachzufolgen. Sie wurde getauft und hat danach direkt ihren zwei Schwestern von ihrem neuen Glauben erzählt – auch sie sind jetzt Nachfolgerinnen Jesu. Aber dieser Weg ist hart, in einer Gesellschaft, die keine Religionsfreiheit vorsieht: Sie haben den Rückhalt und das Ansehen ihrer Grossfamilie verloren. Noch schlimmer steht es um Madame Najwa (Name geändert).

Ja, du bittest im Bericht dringend um Gebet für sie. Was weisst du über ihre Situation?

Najwa und ihre drei Kinder werden von ihrer eigenen Verwandtschaft festgehalten. Sie sind seit drei Monaten isoliert, weil sie an ihrem Glauben festhalten. Die Familie will sie zwingen, zum Islam zurückzukehren. Wir haben keinen Kontakt mehr zu ihr, weil ihr jedes Kommunikationsmittel weggenommen wurde. Es ist ein schwerer Kampf zwischen der neuen Freude im Glauben und dem hohen Preis der Verfolgung.

Wie sehen eure nächsten Pläne als Campus für Christus Tschad für die kommenden Monate aus?

Momentan steht die Logistik für die Hilfsgüter im Vordergrund. Der Hunger ist überall präsent. Gleichzeitig wollen wir die neuen kleinen Hausgemeinden stärken. Wir brauchen dringend Gebet – für den Schutz der Gläubigen wie Najwa und dafür, dass die Ressourcen reichen, um den Menschen im Osten des Tschad beizustehen. Das Land ist selbst extrem arm und kann diese Last der Geflüchteten nicht allein tragen. Wir sind deshalb dankbar, dass durch die Zusammenarbeit mit Agape international und der Spenden aus der Schweiz Hoffnung und Gottes Liebe dorthin gelangt, wo sie dringend gebraucht wird.

 

Herausforderungen

  • Massive Fluchtbewegung: Der Tschad ist mittlerweile das Land mit der höchsten Konzentration an sudanesischen Flüchtlingen weltweit.
  • Ernährungskrise: Da die Ernten in der Region oft mager ausfallen und die internationalen Gelder fehlen, leiden fast 90% der Flüchtlinge unter Mangelernährung.
  • Sicherheitslage: Die Grenze bleibt instabil; die humanitäre Hilfe ist oft die einzige Barriere gegen eine totale Katastrophe in den Lagern.
Schreib uns, wir sind da
Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Hast du noch Fragen?
Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Meine Bewerbung

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
TT Punkt MM Punkt JJJJ
Absender Email*
Uploads (pdf oder jpg/png)
inkl. persönlicher Bezug zum christlichen Glauben
Akzeptierte Datentypen: pdf, jpg, jpeg, png, Max. Dateigröße: 15 MB.
 
Akzeptierte Datentypen: pdf, jpg, jpeg, png, Max. Dateigröße: 15 MB.
Ziehen Sie Dateien hier her oder
Akzeptierte Datentypen: pdf, jpg, jpeg, png, Max. Dateigröße: 15 MB, Max. Dateien: 5.
    Datenfreigabe Deine Daten werden wir vertraulich und innerhalb des gesetzlichen Rahmens behandelt.
    Zur Datenschutzerklärung
    Hinweis Bewerbungen von Vermittlern sowie RAV-Bewerbungen werden nicht bearbeitet.