Es gibt diese «Jesus nut», die Jesus-Mutter, die bei manchen Helikoptermodellen alles zusammenhält. Bricht sie, löst sich der Hauptrotor vom Hubschrauber – und man kann nur noch «Jesus» beten. Für mich ein starkes Bild, wofür Jesus eigentlich steht.
Jesus ist der Brennpunkt göttlichen Wirkens. Nirgendwo sonst hat sich Gott so greifbar und nahbar gezeigt wie in Jesus. In ihm ist der Himmel zu den Menschen gekommen, hat der Himmel die Erde geküsst. In und durch Jesus hat sich die göttliche Liebe, die versöhnende und erlösende Kraft Gottes personifiziert. Jesus ist Ursprung und Ziel allen Lebens und aller Lebendigkeit.
Das hat sich schon bei seiner Geburt gezeigt, als die Engel das Lob sangen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden. Und wo immer Jesus auf dieser Erde seine Füsse hingesetzt hat, hat sich Himmel ausgebreitet, ist etwas vom Frieden, vom umfassenden Shalom Gottes greifbar geworden, wurden Menschen von ihm ergriffen und verwandelt.
Jesus hat seine Nachfolger nicht nur dazu berufen, dafür zu beten, dass Gottes Friedenswille «wie im Himmel so auch auf Erden» verwirklicht wird, sondern auch dazu, selbst Teil dieser Mission zu werden, den Himmel auf die Erde zu bringen – als Gesandte an Christi Statt, als Friedensstifterinnen und Versöhnungsbotschafter. Deshalb hat Himmel auf Erden immer auch mit Mission zu tun, und zwar mit der «Missio Dei», Gottes Mission. Der südafrikanische Theologe David Bosch hat dazu geschrieben, dass Gott in Christus sich selbst in die Welt gesandt hat, die beiden dann den Heiligen Geist und sie schliesslich uns als Kirche. Unsere Existenz als christliche Gemeinschaft in dieser Welt ist deshalb unzertrennlich verwoben mit Mission, mit dem Gesendetsein. Und das ist wunderschön, denn wie Bosch sagt: «Mission hat ihren Ursprung im Vaterherzen Gottes. Er ist sendende Liebe und das ist die tiefste Quelle der Mission. Es ist nicht möglich, noch tiefer vorzudringen: Es gibt Mission, weil Gott die Menschen liebt.»
Doch wer hat es nicht schon erfahren: Unser Einklinken – und besonders das Eingeklinkt-Bleiben – in diese Mission Gottes ist nicht immer einfach. Viele Christinnen und Christen sind im Glauben euphorisch gestartet und irgendwann, ausgebremst durch das Leben, auf einer Insel der Ernüchterung gestrandet.
Schon zu biblischen Zeiten und durch alle Jahrhunderte der Kirchengeschichte hinweg scheint es zur christlichen Glaubensreise dazu zu gehören, dass unser Glaube und unsere Leidenschaft für Gottes Sache manchmal aufs Massivste erschüttert werden. Nichts geht mehr: Der Himmel ist verschwunden, Glauben scheint sinnlos, geschweige denn ein Teilnehmen an Gottes Mission.
Hier können die Nach-Auferstehungsgeschichten eine grosse Hilfe sein. Gefühle wie enttäuschte Hoffnungen, Ängste und Trauer spielen eine grosse Rolle und wir können daran lernen, wie wir mit der Glaubensspannung zwischen Gottes Gegenwart und Abwesenheit umgehen und wie wir zu einer neuen und tieferen Christuserfahrung durchbrechen können.

Meine Lieblingsgeschichte diesbezüglich ist die der Emmaus-Jünger in Lukas 24. Sie zeigt psychologisch und geistlich auf unvergleichliche Art und Weise, welchen Prozess wir durchlaufen müssen, um wieder neu zu leidenschaftlichem Glauben durchzubrechen. Im Buch KREUZREISE – ein Nachfolgekapitel zu KREUZ-WEISE – habe ich die sieben Stationen des Em-maus-Wegs beschrieben, die ich im Folgenden verdichtet festhalte.
Bevor wir den Weg der beiden Emmaus-Jünger betrachten, wage ich die These – wie auch manche kirchliche Traditionen –, dass es sich nicht um zwei Männer, sondern um ein Ehepaar handelte, nämlich um Maria und Kleopas aus Emmaus. Das mag einige Fragen aufwerfen, sprengt aber den Rahmen dieses Artikels. Mehr darüber findet sich in KREUZREISE.

Dass die zwei als Jünger bezeichnet werden, lässt darauf schliessen, dass es sich um zwei Menschen handelt, die diesem Rabbi Jesus nachgefolgt waren, an ihn geglaubt und auf ihn gehofft hatten. Sicher waren sie fasziniert von ihm, vielleicht manchmal auch ängstlich besorgt über das, was sie erlebten. Wohl schwankten sie bei seinen Aussagen dann und wann hin und her zwischen inspiriert und verwirrt. Aber irgendetwas hatte sie zu einem bestimmten Zeitpunkt gepackt. Eine Sehnsucht war geweckt oder gar gestillt worden, weshalb sie entschieden hatten, sich diesem Zimmermann aus Nazareth anzuschliessen. Ein solches Momentum nenne ich «Faszination», eine göttliche Erfahrung, die Menschen dazu bewegt, sich abenteuerlichen Aufbruchsbewegungen mit unbestimmtem Ausgang anzuschliessen.
Und genauso startet fast jede persönliche Glaubensreise – egal, ob christlich sozialisiert oder nicht. Irgendwo im Leben gibt es diese einzelnen Momente oder Lebensphasen, in denen für uns der Himmel auf die Erde kommt. Da wird eine tiefe Faszination gepflanzt. Ich werde ergriffen davon, dass da nicht nur ich bin, sondern auch Er – und damit jemand, der alles menschlich Er-denk- und Erfühlbare übersteigt.

Der junge Glaube ist gespickt mit Hoffnungen aller Art: wie Gott ist, aber auch, wie er sein müsste, wie er einzugreifen hätte. Die Hoffnung darauf, dass er Kriege stoppt, vermeintlich ungute Gesellschaftsentwicklungen korrigiert und die Dinge wieder zurechtrückt. Dass er Machtmissstände korrigiert und Gerechtigkeit wiederherstellt. Dass er die Situation der Armen und Unterdrückten verbessert und die anderen bezahlen müssen. Die Hoffnung, dass er heilt und Gutes tut. Zig Hoffnungen: für mich, meine Familie und für uns als Weltgemeinschaft. Doch dann tut Gott nicht das, was ich will, oder nicht so, wie ich denke, dass er sollte, könnte, müsste.
Immer wieder finden wir uns als Glaubende in Situationen wieder, in denen auf die Faszination die Desillusion folgt. Der Himmel scheint sich zu verfinstern. Unser Bild von Gott wird erschüttert und wir ziehen uns zurück in Richtung unseres Emmaus. In solchen Momenten ist es jedoch wichtig zu realisieren, dass lediglich unser Bild von Gott erschüttert wird und nicht Gott selbst. Man wird ent-täuscht. Sprich: Man sitzt nicht mehr der Täuschung, der Illusion, des selbstkonstruierten Gottesbildes auf. Doch genau solche Erschütterungen und Desillusionierungen können den Himmel auf andere Weise als bisher auf die Erde bringen, weil sie uns helfen, Gott noch einmal ganz neu zu sehen. Klarer. Wahrer. Gesünder.

Zunächst aber erleben Maria und Kleopas ein Absinken in innere Verdunkelung. Als würden ihnen die Augen zugehalten. Die Desillusion führt nicht selten zu etwas, das ich im Emmaus-Weg «Glaubensdepression» nenne. Weil wir nicht zwischen «mein Gott bricht mir weg» und «mein trügerisches Gottesbild bricht mir weg» unterscheiden können, verfallen wir leicht in Resignation, Zynismus oder eben in eine Glaubensdepression, in der es sogar zum kompletten Glaubensverlust kommen kann, weil wir «ihn nicht (mehr) erkennen».
Die anfängliche Faszination ist verschwunden. Wir misstrauen plötzlich unseren Erinnerungen, den Glaubenserfahrungen von früher, dem eigenen Tagebuch. Und werden blind für offensichtlich himmlische Segnungen, für Gottes Gegenwart und Hilfe im Alltag.
Stattdessen zieht uns die Schwerkraft der menschlichen Seele nach unten: mit Zweifeln, mit Suchen nach anderen Erklärungen, mit Sich-nicht-ganz-sicher-Sein, mit Es-schlicht-nicht-glauben-Können. Die Phase der Depression verunmöglicht das Vorwärtsglauben, und die Erinnerung an Gottes Wirken verblasst immer mehr.
Was wäre aber, wenn das «damals» in der Faszinationsphase doch Gott war – er sich mir heute aber anders zeigt? Wenn Gott generationenspezifischer, lebensphasenbezogener und kulturell «angepasster» agiert, als bisher vermutet? In der Phase der Glaubensdepression ist es wichtig, die eigenen Fragen zuzulassen und dabei immer wieder zu sortieren: Was betrifft Gott, was nur mein Gottesbild?

Dabei geht es nicht darum, nur im Kopf die «richtigen» Fragen zu wälzen, sondern in Kontakt mit dem eigenen Herzen und seinen Gefühlsregungen zu kommen. Ich muss gestehen, dass der Zugang zu meiner Innenwelt nicht immer so gut funktioniert wie mein Zugang zur Aussenwelt. Ich brauche oft Zeit – muss wie Maria und Kleopas stehen bleiben –, um wahrzunehmen, was emotional in mir tatsächlich abgeht. Ist diese dunkle Wolke in mir Wut? Frust? Verletzung? Verunsicherung? Oder vielleicht doch einfach nur schlichte Müdigkeit, die sich mit einem starken Hungergefühl verwoben hat? Stehen bleiben, mich ehrlich mit meinen Emotionen auseinandersetzen, sie vor Gott benennen und aussprechen – das ist der Pause-Knopf, der zum Reset-Knopf werden kann, zum Schlüssel für den Neustart, zum Auf- und Durchbruch. Das erinnert daran, wozu Psalm 46,11 aufruft: Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Der Moment, in dem Maria und Kleopas still stehen und ihre tieferen Emotionen zulassen und aussprechen, wird zum Anfang ihrer Veränderung. Es ist der erste Schritt, dass der Himmel sich neu zu öffnen beginnt.

Am vermeintlichen Tiefpunkt ihres Lebens finden Maria und Kleopas zu einer neuartigen Begegnung mit Christus. Die hoffnungslose Situation verwandelt sich zu einem Höhepunkt. Als er mit ihnen am Tisch sitzt, werden ihnen die Augen geöffnet und sie erkennen ihn. Das Erkennen geschieht im Moment des Brotbrechens. Wahrscheinlich haben sie da die Wundmale an seinen Händen entdeckt. Es ist ein tiefer Moment der Glaubenserfahrung, der sie völlig verwandelt. Sie erkennen in Christus Gott selbst. Die Geschichte von Maria und Kleopas zeigt, dass wir uns nicht selbst aus unseren Glaubensdepressionstrümmern herausarbeiten müssen, wenn wieder einmal etwas über uns zusammengebrochen ist. Es ist der Auferstandene, der die beiden – und uns – aufsucht.
Deshalb ist es entscheidend und wegweisend, dass wir immer wieder dieses «Bleib doch bei uns!» aussprechen. Dass wir die Beziehung zu Christus immer wieder aktiv angehen. Dass wir von unseren Wunden weg auf seine blicken. Denn in der Relation zu ihm wird die Hoffnungslosigkeit zu Hoffnung, wird das Dunkel zu Licht, bricht der Himmel durch.

Glaube heisst sich erinnern. Und sich wie Maria und Kleopas von Christus selbst erinnern lassen, was über ihn geschrieben steht und was er ihnen – und uns heute – neu aufschliessen möchte. Es ist ein Sich-Erinnern an das, was war, gleichzeitig eine Erinnerung an die verheissungsvolle Zukunft, die zu einem hoffnungsvollen Überzeugtsein führt von dem, was noch kommt. Indem wir uns immer wieder nach der Begegnung mit Christus, mit Gott, ausstrecken, werden unsere Augen geöffnet, und unser Herzensfeuer wird neu entfacht.
Der wesentliche Punkt für einen erfolgreichen Emmaus-Weg hin zu neuer Glaubensleidenschaft steckt genau in diesem unscheinbaren Detail: dass wir uns nicht krampfhaft darauf fokussieren, selbst das Feuer am Leben zu erhalten, sondern die Begegnung mit Jesus zulassen. Es geht nicht um grössere Passion, sondern um tiefere Beziehung. Denn Ersteres ist der natürliche Ausfluss von Letzterem und nicht umgekehrt.

Nun sind Maria und Kleopas nicht mehr zu halten. Das Erfahrene hat in ihnen ein Feuer entzündet, eine Passion, die unweigerlich in Aktion mündet. Sie brechen auf und kehren nach Jerusalem zurück. Man spürt die Transformationskraft ihrer Christusbegegnung auch an der herzbrennenden und furchtüberwindenden Liebe, die sich durch nichts von ihrem Ziel abbringen lässt. Eben noch wollten sie diesen fremden Wanderer vor den Gefahren der anbrechenden Dunkelheit bewahren. Jetzt, erfasst von einer neu erwachten Leidenschaft, vermag sie nichts mehr zu halten, und sie eilen, ungeachtet ihrer eigenen Sicherheit, den ganzen Weg zurück nach Jerusalem. Sie sind auf einer völlig neuen Ebene Zeugen von Jesus, dem Auferstandenen, geworden. Und bringen nun selbst den Himmel auf die Erde.
Das ist auch die Verheissung für die Emmaus-Wege, die Gott uns zumutet: Dass wir schlussendlich zu einer neuen Faszination, zu einem gereiften, leidenschaftlichen Glauben und zu tieferer Liebe finden.
Die Geschichte von Maria und Kleopas zeigt uns, dass es bei Mission letztlich gar nicht so sehr um uns geht, sondern vielmehr um Christus. Mission ist weniger das, was wir tun, sondern vielmehr das, was er ist. Das Herzstück der Mission ist in Gottes sehnsüchtig liebendem Herzen verankert. Es ist seine Mission in dieser Welt, an der wir teilhaben dürfen – in einer gesunden und geheimnisvollen Verwobenheit zwischen seinem Tun und unserem.
Mit einer Gruppe von kirchlichen Leitungspersonen aus der Schweiz besuchte ich «Gospel Ökosysteme» in den Niederlanden. Unter diesem Begriff verbirgt sich keine Organisation, sondern ein loser Verbund von Kirchen, christlichen Werken und Netzwerken, die sich für das Miteinander entschieden haben und an einem Ort gemeinsam als Leib Christi wirken. Ihr Motto: «We don’t do everything together, but together we do everything.» (Wir machen nicht alles zusammen, aber zusammen machen wir alles.) In ihrer Unterschiedlichkeit stellen sie sich die Frage, wie sie inspiriert von Jesaja 61 eine Transformation ihrer Stadt in Richtung Reich-Gottes-Kultur fördern können.
Zwei Beispiele: Eine Untersuchung in Nord-Amsterdam stellte fest, dass die Angebote der dreissig Kirchen im Stadtteil, deren Mitglieder ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, von 7,6 Prozent der Menschen in diesem Gebiet wahrgenommen werden. Die Kirchen erreichen also siebenmal mehr Menschen, als sie Mitglieder haben. Brahim Adid, Leiter der Verwaltung von Amsterdam Noord, war so beeindruckt, dass er die Kirchen zur Mitarbeit an der sozialen Agenda einlud – und sie als grösste Non-Profit-Organisation des Viertels bezeichnete. Inspiriert durch das «COFFEE&DEEDS» Projekt in Zürich-Hirzenbach eröffnete Remmelt Meijer das «Hemelsbreed Café» in einem der ärmsten Quartiere von Amsterdam. Es ist der einzige Ort im ganzen Stadtteil, an dem Gäste ihren Kaffee im Sitzen trinken können, und sehr beliebt bei Frauen aus dem Quartier. In Gesprächen realisierte er, dass einige von ihnen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben, aber mit dem Prozess überfordert sind. Durch das Ökosystem-Netzwerk lernte er eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung kennen, die für finanzielle Unterstützung zuständig ist. Er lud sie ein, einmal pro Woche ihren Arbeitsplatz an einen sei ner Ti sche zu verlegen. Inzwischen ist das Café zu einem Begegnungsort und einer wichtigen Anlaufstelle gew orden.
Die Erfahrung der letzten 25 Jahre zeigt: Wenn es gelingt, die Aktivitäten der einzelnen Mitglieder miteinander zu koordinieren und zu verbinden, können sie eine viel grössere Strahlkraft entwickeln. Eine solche Kirche veränd ert das Leben der Menschen um sie herum und wird zu dem von offiziellen Stellen wahrgenommen. Die Menschen erleben sie als relevant und nehmen Einladungen, z. B. zu einem Alphalive, gerne an. Die «Gospel Ökosysteme», die es in vielen Städten in den Niederlanden gibt, haben in mir eine tiefe Sehnsucht geweckt: So etwas möchte ich auch in der Schweiz erleben.
«Hi, ich bin Cecilia!» Sie strahlt mich an, schüttelt mir die Hand und hat damit schon meine erste Frage beantwortet, noch bevor ich überhaupt eine Chance hatte, die Aufnahme zu starten. Cecilia Chan und ich sind verabredet für ein Interview während der Explo 25 in der Swiss Life Arena in Zürich. Pastor Lia – unter diesem Namen ist sie bekannt – ist als Referentin für die Konferenz aus Singapur angereist. «Ja, die Teens in meiner Kirche wären wahrscheinlich in der Tat ratlos, wenn jemand nach Cecilia fragen würde», scherzt sie. Alle kennen sie nur als Pastor Lia. Im Zusammenhang mit der Heart of God Church (HOGC) sind mit «alle» ganz schön viele Teenager gemeint: Rund 5000 junge Leute tummeln sich dort Woche für Woche. Und so passt es, dass Cecilia nicht allein kommt, sondern neben mir und ihr noch drei Leute aus ihrem Team im Aufzug zum Interviewraum fahren: Christian, Fifi und Joe. «75 Prozent der Gläubigen in unserer Kirche kommen nicht aus einem gläubigen Elternhaus. Darum ist Jüngerschaft bei uns sehr wichtig», erklärt sie. «Unser Jüngerschaftskonzept ist kein Programm und findet nicht in einem Klassenzimmer statt. Wir verbringen Zeit mit den Leuten, lernen sie richtig gut kennen, sprechen in ihr Leben. Seit mein Mann und ich verheiratet sind, waren wir so gut wie nie allein auf Reisen. Wir haben immer jemanden im Schlepptau.»
In den ersten Minuten erfahre ich auch, dass alle vier begeistert sind von der winterlichen Kälte in der Schweiz und der heissen Schokolade. Und dass die sportbegeisterte Cecilia alias Pastor Lia sich zwar nicht mit Eishockey auskennt, aber sehr angetan ist von der Stadionatmosphäre. Während wir auf bequemen Drehsesseln Platz nehmen, kommentiert sie, dass sie es als ehemalige Journalistin eigentlich gewöhnt ist, selbst die Fragen zu stellen. Ich will von ihr wissen, welche Schlagzeile sie einem Artikel über die Explo 25 geben würde. Sie muss nicht lange überlegen: «Himmel trifft Erde in Zürich.» Als ich sie nach einem persönlichen Himmel-auf-Erden-Moment frage, erzählt sie, warum sie und ihr Mann (Pastor How) nur selten reisen: «Wir sind berufen, in unserer Kirche in Singapur für junge Menschen da zu sein.» Trotzdem sitzen wir gerade zusammen in Altstetten. Sie berichtet, wie sie auf die Einladung hin im Gebet deutlich spürte: «Ja, ich soll nicht nur einen Videolink schicken, sondern physisch vor Ort sein.» «Es war ein besonderer, himmlischer Moment», erzählt sie weiter, «als wir Schweizer Boden betraten. Ich betete zu Gott: Herr, lass das, was wir bringen, eine Ermutigung sein für die Pastorinnen und Pastoren, die mit jungen Menschen arbeiten.» Sie und ihr Team trauten ihren Augen kaum, als sie kurze Zeit später in einem Café in Altstetten drei Mädchen sahen, die dort zusammen in der Bibel lasen. «Das war so ermutigend für uns! Sahen wir hier gerade die Früchte der Arbeit der lokalen Pastorinnen und Pastoren?» Mit einem Blick auf Christian Honegger, der neben ihr Platz genommen hat, schiebt sie einen dritten Himmel-auf-Erden-Moment nach: der Besuch seines Heimatortes. Christian ist Schweizer und engagiert sich seit 20 Jahren in der HOGC. Heute verantwortet er den globalen Zweig und ist Teil des Leitungsteams. «Ich dachte, wir könnten seinem Land etwas zurückgeben.»
Mich interessiert, was an der HOGC so besonders ist. Es sind nicht die professionelle Beleuchtung und die grossen Screens, versichern mir Cecilia und Christian. Davon solle man sich nicht täuschen lassen. Vielmehr sei es die Leidenschaft, mit der die jungen Leute Jesus nachfolgten. «Wenn du in einen unserer Gottesdienste kommst, dann hörst du da nicht nur ein oder zwei Leute singen. Bei uns strecken alle die Arme in die Höhe und sind voll dabei im Worship. Die Teens nennen es den ‹Vibe›, ich nenne es die Gegenwart Gottes.» Das und die Dienstbereitschaft der Jugendlichen sei es, was jeder und jedem sofort auffällt. Pastorinnen und Pastoren zeigen die beiden gerne den Raum, in dem das Medienteam arbeitet. «Wow, die sind alle so jung!», ist die übliche Reaktion. Da sitzen hinter den Bildschirmen 14- und 15-Jährige und sind verantwortlich für alles, was läuft. «Während der Worshipzeit sorgen sie für reibungslose Abläufe und sind gleichzeitig am Anbeten», betont Cecilia. Die Jugendlichen investieren zudem in der Regel richtig viel Zeit, um ihre Freundinnen und Freunde zu erreichen. Sie beten für sie, bringen sie mit und erleben, dass sie gerettet werden. «An unseren Weihnachtsgottesdiensten hatten wir zahlreiche neue Besucherinnen und Besucher. Danach nahmen sich viele unserer Teens Zeit, um mit den Neuen abzuhängen. Eine Gruppe ging zum Zoo. Auf den vier Kilometern Fussweg teilte eine 17-Jährige mit einer 13-Jährigen das Evangelium. Als sie beim Zoo ankamen, hatte sich das 13-jährige Mädchen für ein Leben mit Jesus entschieden.»
Cecilia fügt an, wie wichtig es ihr ist, dass sich niemand im Dienst zu sehr verausgabt. «Wir benutzen nicht Menschen, um unsere Kirche aufzubauen. Wir nutzen vielmehr unsere Kirche, um Menschen aufzubauen.» Um zu verhindern, dass Menschen an ihre Grenzen kommen, haben sie das Prinzip der «deep bench», der Ersatzbank, etabliert. «Die Idee ist, dass alle ‹on fire› sein können, ohne auszubrennen», bringt es Cecilia auf den Punkt. Wie im Sport gibt es in der HOGC immer Leute, die schon auf dem Platz sind und sich auf den Moment vorbereiten, in dem sie übernehmen. Im Idealfall gibt es immer drei Teams: Eines ist im Einsatz, das zweite in Ausbildung. Über das dritte sagt Cecilia: «Ihre Aufgabe ist es, auszuruhen.» Und fügt an: «Bei uns gibt es in keinem Dienstbereich ein A-Team (Anm.: Spezialteam, dem keiner das Wasser reichen kann). Wir haben immer Platz für Leute, die sich einbringen wollen.»
Wir benutzen nicht Menschen, um unsere Kirche aufzubauen. Wir nutzen vielmehr unsere Kirche, um Menschen aufzubauen.
Ein Wort, das in der HOGC eine Schlüsselrolle einnimmt, ist «Generationen». Wenn Cecilia und ihr Team von Generationen sprechen, dann meinen sie Teenager und zwischen einer Generation und der nächsten liegen nur wenige Jahre. Es geht ihnen darum, immer wieder eine neue Generation junger Menschen zu erreichen und möglichst viele junge Leiterinnen und Leiter aufzubauen. «Inzwischen sind wir bei der siebten Generation,» erklärt Cecilia. Die Jugendlichen der ersten Generation, mit denen sie 1999 starteten, sind heute zwischen 30 und 40 Jahre alt.
«Manchmal glauben Menschen, dass es bei uns keine Erwachsenen gibt, weil wir eine Jugendkirche sind,» berichtet Cecilia. «Das stimmt aber nicht, ganz im Gegenteil.» Die HOGC will eine starke, gesunde Kirche sein, in der niemand je ersetzt oder vernachlässigt wird. Cecilia erzählt von einer Lobpreisleiterin, die als junge Mutter im Moment nicht auf der Bühne stehen kann. «Sie nutzt die wenige Zeit, die sie einbringen kann, um neue Lobpreisleiterinnen und -leiter auszubilden.» Natürlich gibt es auch Angebote für Ehepaare, Eltern etc., aber die generelle Ausrichtung als Kirche «von jungen Menschen, für junge Menschen, um junge Menschen zu erreichen» bleibt bestehen. «Sie sind in unserer Kirche aufgewachsen. Wenn sie selbst Kinder haben, verlangen sie nicht, dass wir unseren Fokus plötzlich von jungen Menschen weglenken. Sie sagen: ‹Wir wollen, dass unsere Kinder wie wir in einer Jugenderweckung grosswerden.›»
Noch einmal Cecilia: «In unserer Kirche können alle mitmachen solange sie wollen, ganz ohne Verfallsdatum.» Christian ist selbst ein gutes Beispiel dafür. Er engagiert sich, hat aber nicht direkt mit Jugendlichen zu tun. In seiner Rolle als Mitglied im Leitungsteam sorgt er dafür, dass die Stimme der Teens gehört, die Vision umgesetzt wird, und dass die Finanzen dafür da sind. Seine beiden Kinder sind auch Teil der Kirche und so hat er einen zweiten Dienst: «Ich bin ihr Fahrer. Und ich unterhalte mich mit anderen Eltern.» Er verrät, dass sein Sohn auch schon einmal in der Schule fehlte, weil er als Leiter für einen Teenager da sein wollte, dessen Eltern sich gerade scheiden liessen. «Dann erkläre ich dem Lehrer, was los ist», beschreibt Christian seinen Auftrag. Für ihn ist klar: «Wir Erwachsenen können immer etwas tun. Und wenn es einmal nichts zu tun gibt, können wir beten.» Auch seine Mutter in der Schweiz unterstützt ihren Enkel und die Teenager, für die er verantwortlich ist, im Gebet. «Wenn du ein Herz für Jugendliche hast, wirst du etwas finden.» Christian erzählt von einer Kirche in Leipzig, die begonnen hat, verstärkt junge Leute zu involvieren. Jetzt kommen ältere Menschen, die begeistert sind, auf den Pastor zu und fragen: «Wie können wir helfen?»
In der HOGC kümmern sich Erwachsene z. B. auch um rechtliche Angelegenheiten. Oder sie bringen sich finanziell ein. Cecilia erinnert sich, wie ein Erwachsener aus ihrer Kirche auf sie zukam: «Kann ich zwei neue Laptops spenden? Vielleicht für einen jungen Menschen, der kreativ ist und sich das nicht leisten kann?» Und dann kommt es vor, dass Jugendliche Erwachsene konkret um Hilfe bitten: «Meine Eltern kommen an Weihnachten mit zum Gottesdienst. Könnt ihr euch zu ihnen setzen?» Cecilia fällt noch eine weitere Superkraft von Erwachsenen ein, gesteht aber gleich, dass sie diese selbst nicht besitzt: «Du kannst für sie kochen!» In der HOGC laden die Teens gerne ihre Freundinnen und Freunde zu evangelistischen Grillpartys ein. Damit sie Zeit haben für ihre Gäste, kümmern sich die Erwachsenen um das Essen. Cecilia fasst zusammen: «Sobald dein Herz dabei ist, finden deine Hände schon einen Weg.»
Sobald dein Herz dabei ist, finden deine Hände einen Weg.
Ein bisschen hört es sich für mich so an, als würde bei der HOGC alles reibungslos funktionieren. Aber Cecilia stellt klar: «Jugendarbeit ist harte Arbeit.» Je länger ich mit ihr rede, desto mehr sehe ich in ihr die junge Leiterin von den Fotos aus den frühen 2000er-Jahren, die mit ein paar Teenies auf dem Boden sitzt und voll auf Beziehungen setzt. «Du gibst nicht nur deine Zeit und deine Energie, sondern auch dein Herz. Das ist der schwierige Part. Ich fühle mit allen, für die Jugendarbeit hart ist.» Sie versichert mir, dass es auch in ihrer Kirche nicht nur schöne Geschichten gibt. «Auf jedes positive Zeugnis fallen mindestens vier andere.» Sie erinnert an das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld und daran, dass nur auf einem Viertel der Same auf guten Boden fällt. «Und dann sind da noch die zehn Aussätzigen, von denen nur einer zurückkam und Gott dankte.» Cecilia will alle Pastorinnen und Pastoren ermutigen, die mit Jugendlichen arbeiten: «Konzentriere dich auf die einzelne Person.» Es gibt immer dieses eine Feld mit gutem Boden. Da ist immer diese eine Person von zehn, die zurückkommt und Jesus dankt. «Wenn du es mit dieser einen Person schaffst, dann können daraus zwei werden oder auch drei. Und wenn sich das multipliziert und du ein paar Jugendliche hast, die für Jesus brennen, kann das zu einer Kultur werden.»
«Mit jungen Leuten ist es immer chaotisch», fährt sie fort. «Da geht immer was kaputt und die Gefühle von Erwachsenen werden verletzt.» Sie zitiert aus dem Buch der Sprüche: Wo keine Rinder sind, da bleibt die Krippe sauber (Sprüche 14,4). So nimmt sie das auch in ihrer Kirche wahr: «Wo Teenager sind, ist deine Kirche stark, aber eben nicht sauber und aufgeräumt.» Sie hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass sich in ihrer Kirche alles um Jugendliche dreht. Leuten, denen es zu jugendlich oder zu laut zugeht, sagt sie: «Entweder du liebst es, oder du gehst.» Und dann packt sie noch eine Geschichte aus von den Anfangsjahren: «Mein Mann und ich waren arm wie Kirchenmäuse. Wir waren zu zweit, hatten gefühlt zwölf Kinder und nur diesen einen winzigen Raum.» Sie luden die Teens buchstäblich in ihr Büro ein. «Wenn ich predigte, sass ich auf unserem Schreibtisch und die Teens sassen auf Stühlen und auf dem Boden.» Am Ende jedes Gottesdienstes huschten Erwachsene in den Raum, um die Kollekte einzusammeln. Cecilia macht vor, wie sie die Nasenflügel anhoben. Sie war irritiert und sprach sie schliesslich darauf an. «Riechst du es nicht?», bekam sie zur Antwort. «Es ist heiss, hier sind 30 bis 40 Teenager – es stinkt erbärmlich!» Seither kontert Cecilia, wenn ihr jemand sagt, er oder sie könne hören, dass Erweckung geschehe: «Ich habe noch nie gehört, wie Erweckung klingt. Ich weiss nur, wie Erweckung riecht.»

Ich habe noch nie gehört, wie Erweckung klingt. Ich weiss nur, wie Erweckung riecht.
Cecilia Chan (Pastor Lia) ist verheiratet mit Tan Seow How (Pastor How). Gemeinsam haben sie die Heart of God Church gegründet, die sie bis heute als Teil des Leitungsteams leiten. An der Explo 25 hat sie über ihren Traum von Kirche gesprochen und wie dieser erst sterben musste, um wahr zu werden.
Die Heart of God Church ist eine Kirche in Singapur, in der das Durchschnittsalter 23 Jahre beträgt – Jugendliche sind nicht nur Besucherinnen und Besucher, sondern übernehmen Verantwortung, engagieren sich als Leiterinnen und Leiter und gestalten mit.
Das neue Jahr ist noch jung. Und auch wenn ich keine Neujahrsvorsätze fasse, ist der Übergang vom alten ins neue Jahr eine Art Zäsur. Es gibt Dinge, die möchte ich im alten Jahr zurücklassen, und andere möchte ich im neuen Jahr bewusst angehen. Bewusst angehen möchte ich Folgendes: Seit ich Familie habe, weiss ich mit Sicherheit, dass Loben und anerkennende Worte nicht zu meinen Stärken gehören. Im Vergleich zu meinem Umfeld mache ich das selten. Und meine Kinder für etwas, das sie getan haben, zu belohnen, käme mir nicht im Traum in den Sinn.
Gleichzeitig weiss ich, dass Liebe, die sich in Worten ausdrückt (also Lob und Anerkennung), von meinem Mann und meinen Kindern sehr geschätzt wird. Nun las ich kürzlich wieder einmal, dass zu viel Lob schadet. Good News für mich, oder? Aber stimmt das? Wollen nicht alle Menschen gelegentlich für etwas gelobt oder belohnt werden?
In einer Studie aus dem Jahr 1973 liessen Forschende Kinder ihr Lieblingsspiel oder ihre Lieblingsbeschäftigung aussuchen. Eine Gruppe von Kindern malte mit Buntstiften. Sie taten dies fröhlich und aus Freude. Später erhielt eine der Kindergruppen ein Zertifikat mit goldenem Siegel und Schleife als Belohnung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Kinder, die ein Zertifikat erhalten hatten, nur noch halb so wahrscheinlich zeichnen wollten, wie diejenigen, die keines erhalten hatten. Diese Erkenntnis wurde bis heute in vielen weiteren Studien bestätigt.
Ich lerne: Kinder für Dinge zu belohnen oder zu loben, die sie gerne oder von sich aus tun, ist kontraproduktiv. Aber auch, wenn man für eine Aufgabe oder etwas, das sein muss, belohnt oder gelobt wird, ist das eher merkwürdig als zielführend.
Während ich diesen Beitrag schreibe, putzt unsere Jüngste das Badezimmer. Alle fünf Wochen ist sie an der Reihe und es geht nicht immer ohne Widerstand über die Bühne. Sie putzt aber nicht ungern und ein sauberes Badezimmer findet sie toll. Man sieht den Unterschied zu vorher und es riecht gut. Dafür braucht sie weder ein Lob («Super, wie gut du den Spiegel geputzt hast») noch einen Blumenstrauss als Belohnung. Das fände sie irritierend – vor allem, wenn dieselbe Person beim nächsten Zähneputzen den Spiegel mit Zahnpasta vollspritzt und dann achtlos den Raum verlässt.
Warum ist das so? Bei dem, was wir tun, geht es um Motivation und darum, woher diese kommt. Wenn ein Kind gerne zeichnet, bereitet ihm die Tätigkeit an sich Freude und macht es zufrieden. Das Badezimmer putzt es, weil es weiß, dass sein Beitrag zum Wohlbefinden der Familie wesentlich ist. Das bewirkt bei ihm Freude und Zufriedenheit. Lob und Belohnungen verändern das, die innere Motivation und Zufriedenheit sinken. Aus Innen wird Außen. Das Kind lernt, seine Tätigkeit anhand dessen zu wertschätzen, was ihm andere Menschen dafür geben. Es zeichnet, weil andere seine Zeichnungen toll finden. Es putzt das Badezimmer, weil es eine Belohnung dafür erhält. Und in beiden Fällen sinkt die innere Bereitschaft, es einfach so zu tun.
Deshalb nehme ich mir vor, zukünftig den Fokus auf Folgendes zu legen: Sehen und gesehen werden. Konkret bedeutet das: Ich lobe oder belohne nicht, sondern sehe hin und nehme wahr. Weil meine Kinder (und mein Mann) sich wünschen, gesehen zu werden.
Konkret können wir als Eltern Fragen zur Zeichnung stellen, wir können uns Zeit nehmen und in einem Gespräch Augenkontakt herstellen. Wir können beschreiben, was wir wahrnehmen und Gefühle spiegeln. Wir können mit leuchtenden Augen unsere Freude darüber ausdrücken, dass das Kind trotz Zeitnot oder inneren Widerständen das Bad geputzt hat, und ihm erklären, dass uns seine Mithilfe wirklich entlastet.
Im neuen Jahr warten sicher Herausforderungen auf uns alle. Aber ob in unseren Familien Friede herrscht, hängt nicht davon ab, ob wir gerade in ruhigen Gewässern unterwegs sind oder nicht. Sondern (zumindest ein Stück weit) davon, ob wir uns gegenseitig sehen und gesehen werden. Kinder, die sich wahrgenommen und begleitet fühlen, entwickeln eine innere Stärke und Motivation, die sie – unabhängig von der Meinung anderer – mutig durchs Leben gehen und Dinge anpacken lässt.
Wie hast du es mit Loben und Belohnungen?
Überlege dir für jedes Kind eine alltägliche Situation, in der du hinsehen und wahrnehmen kannst (wenn ein Kind etwas von dir möchte, wenn ein Kind aus der Schule nach Hause kommt, beim abendlichen Aufräumen, beim Ins-Bett-Gehen usw.). Wie sieht dein Hinsehen aus?
Wo möchtest du gesehen werden? Sprich mit Gott, der dich sieht, darüber.
Zum Elternblog Montagmorgen um 8
Für Menschen, die Angebote von FAMILYLIFE nutzen, ist Manuela Bareth keine Unbekannte: Seit acht Jahren ist sie bereits Teil des Teams. Als ausgebildete Psychologin und systemische Psychotherapeutin bringt sie eine fachliche Tiefe mit, die sicherstellt, dass die Angebote nicht nur ermutigen, sondern auch fachlich fundiert sind.
Beziehungen leben vom Miteinander verschiedener Perspektiven
Was in den Seminaren von FAMILYLIFE schon immer ein wichtiger Teil der Philosophie war, spiegelt sich nun auch in der Führung wider. Durch die Co-Leitung wird Manuelas Kompetenz fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutet das: Die Angebote werden noch konsequenter aus zwei Blickwinkeln weiterentwickelt.
Synergien nutzen
Die gemeinsame Verantwortung an der Spitze von FAMILYLIFE ermöglicht es, Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Ein positiver Effekt dieses Modells ist, dass bei Marc Bareth dadurch Kapazitäten frei wurden, um zusätzlich in die Geschäftsleitung von Campus für Christus einzusteigen. So bleibt die volle Aufmerksamkeit für FAMILYLIFE gewährleistet, während gleichzeitig die Vernetzung im Gesamtwerk gestärkt wird.
Marc und Manuela Bareth dazu:
«Wir freuen uns sehr darauf, die Leitungsaufgaben bei FAMILYLIFE gemeinsam wahrzunehmen und sind davon überzeugt, dass es uns durch unsere Ergänzung zukünftig noch besser gelingen wird, Menschen in ihren familiären Beziehungen genauso zu stärken und weiterzuführen wie in ihrer Beziehung mit Gott.»
FAMILYLIFE setzt damit den eingeschlagenen Weg fort: Angebote für Paare, Eltern und Geschiedene zu gestalten – alltagsnah, fachlich kompetent und glaubensstärkend.
Wo sonst die ZSC Lions auf dem Eis um sportliche Siege ringen, erklang Musik zur Ehre Gottes, u.a. aus den Kehlen der 230 Sängerinnen und Sänger des Explo-Friedenschors. Über drei Tage verteilt zog sich das Thema «Wie im Himmel, so auf Erden» als roter Faden durch Vorträge, Nachmittagsaktivitäten, Interviews. liturgische Elemente und Kunstbeiträge (von Central Arts und Crescendo).
Es ging u.a. um leidenschaftlichen Glauben und Vergebung, Gottes Grösse und unseren Auftrag in dieser Welt, aber auch um die junge Generation und die Situation von Gläubigen in anderen Ländern. Junge Leute berichteten über ihre Erfahrungen mit Gott, Menschen beteten in ihrer Muttersprache und einmal verwandelte sich die Bühne in einen Garten. Vor aller Augen wusch Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld. Eine weisse Friedensfahne wehte, während die Improvisation auf einer Violine zu Tränen rührte.
Christina Jeremic (Lona Project) erinnerte in einem Interview über ihre Arbeit unter Prostituierten daran, dass Gott im Kleinen wirkt. Dr. Yassir Eric ermutigte mit den Worten: «Er geht nicht an dir vorbei (…), der Himmel öffnet sich» und erzählte davon, wie Gott ihm begegnete.«Die Grösse Gottes können wir nur im Wir erfahren», betonte Andreas «Boppi» Boppart. Er plädierte für mehr Einheit in aller Unterschiedlichkeit: «Wir können einander den Glauben glauben.» Moderatorin Doris Lindsay erinnerte daran, dass Jesus der Mittelpunkt unseres Glaubens ist und lud ein, einander am Kreuz zu treffen.
Die albanische Pastorin Dr. Elona Prroj sprach über Blutfehde und ihre persönliche Geschichte. Eine ihrer Botschaften war: «Der Himmel kann auch heute die Erde berühren in jedem Herzen, das bereit ist, zu vergeben.» Fr Hayden Williams warb für eine Kirche, die sich für die Schwachen einsetzt und bei den Menschen ist. Er berichtete u.a. davon, wie er sich während der Pandemie in einem Gefängnis einschliessen liess, um für die Insassen da zu sein und mit ihnen Gottesdienste zu feiern. Leidenschaft für die Arbeit mit jungen Menschen weckte Dan Blythe von Alpha Youth. Er forderte mit der Frage heraus: «Sind wir als Kirche offen?». Auch Cecilia Chan, bekannt als Pastor Lia, versprühte Begeisterung für Jugendliche. Sie zeichnete den Weg ihrer Jugendkirche in Singapur nach und ermutigte, Träume nicht aus dem Auge zu verlieren.
Daniela Mailänder stellte die Frage, wie der Himmel auf die Erde kommt und verknüpfte botanisches Wissen, u.a. über Senfpflanzen, mit Reich-Gottes-Prinzipien. Eine Vorstellung davon, wie gross «der Palast Gottes, das Versailles des grossen Königs» ist, gab Prof. Dr. Heino Falcke. Auf die Frage, wie wir Gott ehren können, antwortete er im Interview: «Der christliche Bäcker dient Gott am besten, indem er fantastische Brötchen macht.» Auch er betonte das Miteinander unter Gläubigen aus verschiedenen Traditionen: «Wir haben einen Himmel und einen Herrn.»
Die Kollekte während der Explo 25 geht an 22 Spendenprojekte verschiedener Organisationen. Noch bis Ende März 2026 nehmen wir Spenden für Explo Impact an.
Ausgewählte Talks und Interviews veröffentlichen wir ab sofort fortlaufend.
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Acht Jahre musstest du darauf warten – jetzt ist es soweit. Ende Jahr begrüssen wir an der Explo 25 Christinnen und Christen aus verschiedenen Hintergründen. Natürlich hoffen wir, dass du als Campusbrief Leserin und Leser mit dabei sein kannst.
Die Campus für Christus Crew läuft auf Hochtouren, damit du einen einzigartigen Ort der Begegnung antreffen wirst. Hoffnungsvoll erwarten wir Gottes Gegenwart und schaffen Raum für die Begegnungen, die er vorbereitet hat
Löse dir jetzt schon dein Ticket und vermeide damit das Warten an der Tageskasse.
Menschenhandel geschieht mitten unter uns – oft unbemerkt. Viele von uns fühlen sich ohnmächtig angesichts dieses scheinbar unlösbaren Problems. Genau dieser Ohnmacht wollen wir mit dem Container an der Explo begegnen. Wir machen das Thema nahbar und sichtbar.
Im Container erwartet dich ein Mini-Escape Room, der auf einer wahren Geschichte basiert auf dem Leben einer jungen Frau. Darüber hinaus erfährst du Spannendes und Informatives rund um das Thema Menschenhandel – und lernst, was Lona Project konkret dagegen tut.
«Ich habe so viel über den Menschenhandel gelernt. Vieles davon war mir bisher nicht bewusst.» So die Rückmeldung einer Schülerin nach unserem Besuch an ihrer Schule. Genau das wünschen wir uns auch an der Explo: dass jede und jeder den Container verlässt – betroffen, informiert und hoffnungsvoll.
«Diese Ferienwoche war für mich und meine Kinder ein Segen.» Vater von 3 Kindern
Auf der Grimmialp erlebten sieben Elternteile und insgesamt 14 Kinder das erste FAMILYLIFE Camp für Alleinerziehende. Dank grosszügigen Spenden konnten sie für einen symbolischen Betrag eine gemeinsame Herbstferienwoche erleben. Alleinerziehende stossen im Alltag besonders oft an ihre Grenzen. Während dieser Auszeit konnten sie sich erholen, die Gemeinschaft geniessen, Outdoor-Erlebnisse machen und Schritte in der Bewältigung ihrer Trennung oder Scheidung machen.
«Mit Dea hatte ich ein tolles Gespräch über den Glauben. Jetzt möchte sie Teil der Studenten-Community werden», erzählt Melissa, eine Mitarbeiterin von Campus für Christus Albanien.
Normalerweise berichten wir von unseren Reisen nach Albanien. Doch für acht Wochen erhielt CAMPUS live Unterstützung aus Albanien. Sie machten die Gute Nachricht in der albanischen Diaspora bekannt. An regelmässigen Treffen auf dem Unicampus und verschiedenen Aktivitäten kam das albanische Team mit albanischen Studierenden in Bern, Zürich und Basel ins Gespräch.
An der Explo 25 ist, unter anderen, Elona Prroj aus Albanien zu Gast. Sie erzählt, wie Menschen in ihrem Land statt der Blutrache Versöhnung erfahren. www.explo.ch/programm

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