«Noch nie habe ich mich nach einer Weiterbildung so ermutigt, gestärkt und gesehen gefühlt.» Manu, Teilnehmerin 2024
Um die Vierzig liegt ein gutes Stück deiner Lebensreise schon hinter dir, es fühlt sich an wie «Halbzeit». Manche Ziele hast du erreicht und viel Gutes dabei erlebt. Andere Ideen und Träume hast du unterwegs den Gegebenheiten neu anpassen müssen und wieder andere haben sich verflüchtigt. Du nimmst wahr, dass nun eine neue Etappe vor dir liegt und willst diese bewusst gestalten. Das Halbzeitprogramm von Campus WE begleitet Frauen in diesem Übergangsprozess, beim Rückblick, bei der Standortbestimmung und dann natürlich beim mutig vorwärts Gehen in das Neue.
Start des nächsten Kurses: 19.Januar 2026 Zur Anmeldung
193 Nationen begegnen sich in Genf, dem Tor zur internationalen Diplomatie. Hier erleben Führungskräfte, Diplomaten und Familien in diesen Monaten tiefe Unsicherheiten durch finanzielle und Kürzungen und Umstrukturierungen. Dies führt für viele zu Depressionen, Furcht und Einsamkeit. Was einst sicher schien, ist nun erschüttert. Doch Gott ist am Werk. Vor zwei Monaten haben wir auf Wunsch einer UN-Behörde eine neue wöchentliche Bibelstunde des Hope Teams ins Leben gerufen, in der Gläubige beten, gemeinsam die Bibel studieren und eine feste Grundlage in Christus finden. In den letzten Wochen haben drei weitere Behörden ähnliche Bibelstunden für Diplomaten gewünscht , um ihnen geistlich und beruflich zu helfen, damit sie Salz und Licht in ihrem Umfeld sein können. Genf bietet wirklich eine einzigartige Gelegenheit, das Evangelium in die Herzen derer zu tragen, die internationale Politik gestalten.
CHRISTINA JEREMIĆ IM PORTRAIT
Mihaelas Tochter ist zwei Jahre alt, als bei ihr Parodontitis diagnostiziert wird. Die entzündliche Erkrankung führt zu einem fortschreitenden Verlust von Zahnfleisch und Kieferknochen, was die Zähne lockert und im schlimmsten Fall zum Ausfallen bringt. Mihaela weiss, dass sie sich eine zahnärztliche Behandlung in Rumänien nicht leisten kann. Eine Bekannte empfiehlt ihr, in der Schweiz für eine kurze Zeit in der Prostitution zu arbeiten, um die Behandlung finanzieren zu können. In ihrer Verzweiflung folgt Mihaela dieser Empfehlung und landet in Luzern in einem Bordell. Sie verachtet sich schon bald für ihre Entscheidung, obwohl sie ihrer Tochter unbedingt helfen möchte. Nach etwa einem Monat in der Schweiz begegnet sie Christina Jeremić, die in ihr mehr sieht als nur ihren Beruf.
Schon während ihres Studiums begann Christina, sich gegen Menschenhandel einzusetzen. Ein Bezug zu sozial benachteiligten Menschen wurde schon früh durch ihr Elternhaus hergestellt. «Wir hatten immer ein offenes Haus. Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen sassen an unserem Küchentisch oder feierten sogar Weihnachten mit uns. Das hat mich sehr geprägt.» Diese Prägung führte dazu, dass Christina Soziale Arbeit studierte. Während ihres Studiums schloss sie sich dem Verein bLOVEd an und begann mit Besuchen im Luzerner Rotlichtmilieu. Kein einfacher Einstieg: «Ich hatte keine Ahnung. Im ersten Bordell liefen die ganze Nacht Pornos auf allen Bildschirmen. Ich weiss noch, wie ich dort stand und dachte: Oh mein Gott, wo bin ich hier gelandet? Gleichzeitig hatte ich aber auch die Gewissheit und den Frieden darüber, dass ich am richtigen Ort war.» Die Anfangszeit war von grossem Enthusiasmus geprägt: «Mit Kaffee, Schokolade und Tee zogen wir als ein Team von spontanen Helfenden los, sprachen mit ihnen von Frau zu Frau, beteten gemeinsam oder redeten über Gott.» Sie waren teilweise auch etwas übermütig unterwegs. Christina erinnert sich: «Einmal brachten wir einen Grill mit auf den Strassenstrich. Wir grillierten den ganzen Abend, gemeinsam mit Prostituierten und etwa zehn Freiern. Das Verrückteste war, dass uns einer von ihnen Geld spendete, weil wir aus seiner Sicht so eine tolle Arbeit machten.» Damals gab es rund 30 Frauen auf dem Strassenstrich in Luzern. Heute würde man dort nur noch sechs oder sieben Frauen antreffen.
Wir grillierten den ganzen Abend, gemeinsam mit Prostituierten und etwa zehn Freiern.
Christina definiert Menschenhandel als eine Anwerbung unter falschen Versprechungen. «Den Menschen wird versichert, dass sie einen Job ausführen können, beispielsweise in der Reinigung oder in der Gastronomie, der dann den Erwartungen aber so gar nicht entspricht. Was dann passiert, ist Ausbeutung.» Die Betroffenen kommen an einen Ort, an dem sie etwas machen müssen, wozu sie nicht eingewilligt haben. Um dem entgegenzuwirken, gründete Christina im Jahr 2022 das Lona Project. Dort stehen Sensibilisierung, Prävention und Aufklärung im Fokus. «Wir wollen Menschen dazu ermutigen, selbst Verantwortung zu übernehmen und sich für Betroffene einzusetzen.» Sie bieten Schulungen an für Jugendliche aus vulnerablen Gebieten. Das sind z. B. Länder, die von Armut betroffen sind. Jugendliche, die in instabilen Familienverhältnissen aufgewachsen sind, seien in vielen Fällen auch stärker gefährdet. «Es geht darum, Würde zu vermitteln und ihnen ihren Wert aufzuzeigen. Ich bin überzeugt: Wenn du in deiner Persönlichkeit sicher verankert bist, dann lässt du dich nicht so einfach beeinflussen und kannst bessere Entscheidungen treffen.» Während ihres Besuches in einer Roma-Gemeinde in Montenegro machten Christina und ihr Team die Aussage, dass man mit oder ohne Uniabschluss gleich viel wert sei. Der Wert hänge auch nicht davon ab, ob man lesen oder schreiben könne. Ob man aus der Schweiz oder aus Montenegro komme, sei völlig egal. Daraufhin kam ein Ro-ma-Junge zu Christina, sah sie an und meinte: «Du willst mir wirklich sagen, dass du aus der Schweiz gleich viel wert bist wie ich, der aus Montenegro stammt und zudem Roma ist?» Christina versicherte ihm, dass wir alle vor Gott gleich viel wert seien. «Ich werde nie vergessen, wie sich seine Augen augenblicklich mit Tränen füllten.» Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet Christina daran, das Präventionsprogramm von Lona Project auszubauen und externe Partner zu gewinnen, die ihre Arbeit vor Ort unterstützen können.
Bei einem weiteren Treffen erzählt Mihaela, dass sie als Kind in Rumänien mehrmals an einem christlichen Lager teilgenommen hat, das von Missionaren organisiert wurde. Die Lieder, die sie dort gesungen haben, kennt sie noch alle. Wenn es ihr nicht gut geht, summt sie diese Lieder immer wieder vor sich hin. Kurz nach dem Treffen der beiden ging wegen der Pandemie auf einen Schlag alles zu. «Wir mussten gemeinsam schauen, wie Mihaela nach Hause kommen konnte. Sie fand glücklicherweise noch einen Flug nach Budapest, von wo aus sie mit dem Zug nach Rumänien fuhr», erinnert sich Christina. Während der Zugfahrt hatte Mihaela eine Panikattacke. In ihrem Abteil sass ein rumänischer Theologiestudent. Er begann zu beten und aus der Bibel vorzulesen. Immerzu sagte er: «Jesus komm, Jesus komm.» Mihaela erlebte einen Moment des tiefen Friedens, und die Panik wich. Christina erinnert sich, wie Mihaela aus Bukarest anrief: «Christina, ich habe diesen Gott erlebt. Ich habe die gleiche Nähe gespürt wie damals im Kinderlager. Ich will nicht mehr in der Prostitution sein. Was mache ich jetzt? Ich habe im Keller noch eine Bibel. Wo muss ich anfangen zu lesen?» Von da an unterhielten sich die beiden einmal in der Woche, und Christina leitete Mihaela im Bibellesen an.
Betroffene Personen lebten oft mit einer Art zweigeteilter Persönlichkeit, erklärt Christina. Zum einen sei da die Person, die in der Prostitution arbeitet, zum anderen aber auch die Mutter, Freundin und Tochter. Die beiden Welten haben nichts miteinander zu tun. Deshalb geben sich die Frauen oft auch einen anderen Namen. «Einmal sagte mir eine Frau, sie sei eine Prostituierte, aber kein Roboter. Sie habe ein Herz. Sie habe gelernt, ihr Herz auszuschalten, wenn sie anschaffen gehen muss, wüsste aber, zu welchem Zeitpunkt sie es wieder einschalten kann.» Gott spricht uns Würde zu und gibt uns einen Wert. Christinas Wunsch ist es, dass Menschen das erfahren dürfen. Dabei achtet sie sehr darauf, wie sie kommuniziert. Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, bedeutet, sie samt ihrer Entscheidungen zu respektieren, insbesondere dann, wenn jemand aus freien Stücken in der Prostitution sein möchte. Aus Christinas Sicht kann die menschliche Würde zwar verletzt, aber niemals ganz genommen werden: «Unsere Worte und Taten haben viel Kraft. So wie wir etwas durch Worte und Taten kaputt machen können, kann durch Worte und Taten auch Wiederherstellung passieren. Menschlichkeit bedeutet, die Menschen nicht auf das zu reduzieren, was ihnen passiert ist oder was sie tun. Es geht darum, den kompletten Menschen zu sehen.»
Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, bedeutet, sie samt ihrer Entscheidungen zu respektieren.
Während ihrer Besuche in Osteuropa hat Christina gemerkt, dass das, was sie und andere in der Schweiz auf dem Strassenstrich unternehmen, zwar gut ist, aber nicht wirklich die Wurzel des Problems trifft. Die Würde der Menschen sei dann bereits verletzt. Sie wiederherzustellen ist zwar möglich, nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch. Christina und das Team von Lona Project wollen neben der Präventionsarbeit realistische Alternativen zur Prostitution bieten, damit die Menschen gar nicht erst in eine solche Situation hineingeraten. Sie denkt dabei u. a. an Kleinkredite, mit denen kleinere Unternehmen realisiert werden können.
Nach ihrem Ausstieg aus der Prostitution konnte Mihaela zum einen die Behandlung ihrer Tochter bezahlen, zum anderen begann für sie ein langwieriger Prozess der Heilung und der Vergebung sich selbst gegenüber. Heute weiss sie, dass sie sich nicht länger schuldig fühlen muss, dass sie Gott begegnen darf und – vor allem – dass sie wertvoll ist. Einmal sagte sie zu Christina: «Du hast immer an mich geglaubt, du siehst mich als Mensch und nicht als Prostituierte.» Genau das macht aus Christinas Sicht den Unterschied: Nicht in der Vergangenheit verweilen und auf das Negative schauen, sondern sich auf die Zukunft der Betroffenen fokussieren.
Verantwortung gegen Menschenhandel zu übernehmen, beginne beim eigenen Konsumverhalten, erinnert Christina. Es gelte abzuwägen, ob es darum geht, möglichst günstig zu konsumieren, oder ob man sogar mit dem eigenen Konsumverhalten anderen Menschen Würde geben kann, weil sich dadurch ihre Arbeitsbedingungen verbessern. «Wir haben das Gefühl, Menschenhandel passiere nur in einer Parallelwelt, nicht in unserer Umgebung. Aber überleg dir mal, wo du deine Nägel machen lässt. Unter welchen Konditionen wird in diesem Studio gearbeitet? Oder frage dich, mit welchem Blick du auf bettelnde Menschen am Bahnhof schaust.» Das heisse nicht, dass in jedem Fall die Polizei gerufen werden müsse, weil diese Personen von Menschenhandel betroffen sein könnten, erklärt Christina. Die Begegnung sollte vielmehr von Menschlichkeit geprägt sein.
Dafür finde sie auch Hinweise in der Bibel. An vielen Stellen im Buch Jesaja (z. B. Jesaja 1,17) oder in den Sprüchen geht es darum, dass wir uns für Gerechtigkeit einsetzen sollen, uns um Witwen und Waisen kümmern, um die Schwachen in der Gesellschaft. Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind, steht in Sprüche 31,8. «Ich habe mich intensiv mit diesen Textpassagen auseinandergesetzt und mir überlegt, warum das damals so wichtig war. Witwen und Waisen fielen damals durch das soziale System. Der Mann war der Versorger. Wenn er starb, brach einem der Boden unter den Füssen weg.» In unserer heutigen Gesellschaft sind Menschen besser geschützt und werden von sozialen und staatlichen Systemen unterstützt. Darum fragt sich Christina: «Wer sind unsere heutigen Witwen und Waisen? Sind es nicht Menschen wie Mihaela? Menschen, die schutzlos sind, durch das System fallen und nicht gesehen werden. Als Christinnen und Christen haben wir aus meiner Sicht den klaren Auftrag, uns um diese Menschen zu kümmern.»
Lona Project setzt sich für Personen ein, die von Menschenhandel betroffen sind. Durch Präventionsprojekte und Workshops in Kirchen und Schulen sensibilisiert und unterstützt Lona Project gefährdete Menschen u. a. in Südosteuropa. Das Ministry von Campus für Christus Schweiz befähigt Menschen vor Ort für Präventionsarbeit und schult im Umgangmit Betroffenen.
Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn Menschen Jesus begegnen und von ihm verändert werden. Und dies aus allen Nationen und Volksgruppen. Hier in der Schweiz leben schätzungsweise 300 000 Albanisch sprechende Menschen: aus Kosovo, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro und Serbien. Die meisten von ihnen sind Muslime.
Um Albanerinnen und Albaner in der Schweiz zu erreichen gibt es neu Filmclips mit Geschichten von albanischstämmigen Christinnen und Christen. Sie erzählen in den Clips wie sie Gott begegnet sind und was Jesus in ihrem Leben verändert hat. Die Geschichte von Anise wurde bereits 24 000 auf YouTube geschaut.
Anise kommt aus Nordmazedonien in die Schweiz. Sie erlebt eine gute Kindheit. Trotzdem hat sie oft Angst, vor allem Angst vor dem Tod. «Wird es mal reichen, um in den Himmel zu kommen?» Diese Frage beschäftigt sie oft. Eine gute Freundin rät ihr: «Wenn du ein Problem hast, bete einfach zu Jesus.» Anise meint dazu: «Ja, schon gut. Du hast deinen Jesus, ich hab’ Allah. Und das ist gut so.»
Als sie eines Tages ein Baby hüte und völlig überfordert ist, erinnert sich Anise an die Worte ihrer Freundin. Sie betet: «Okay, Mister Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann mach, dass das Baby innerhalb von zehn Sekunden aufhört». Sie legt das schreiende Baby aufs Bett und beginnt zu zählen – und erlebt Gottes Eingreifen. Im Videoclip erzählt Anise, wie sie Jesus kennengelernt hat und wie ihre Ängste genommen wurden.
Die Clips wurden von der Arbeitsgemeinschaft interkulturell der SEA, OM, Frontiers, Livenet, dem christlichen albanischen Netzwerk Schweiz CANS (shpresa.online) und Agape international produziert. Du findest die Videos auf YouTube und kannst sie einfach über die Sozialen Medien verbreiten, zum Beispiel WhatsApp. Zur Zeit sind 2 Clips veröffentlicht. Weitere folgen.
Wir können nur schwer in Worte fassen, was wir in den insgesamt sechs Tagen unserer Ukraine-Reise – vier davon haben wir in Kyiv verbracht – erlebt haben. Die Kontraste haben uns überwältigt. Einige davon wollen wir hier herausgreifen.
Zusammen mit Julia und Charly standen wir in einem Wohngebiet zwischen Trümmern und sahen mit eigenen Augen, was russische Raketen unter der Zivilbevölkerung anrichten. Andererseits konnten wir sehen, dass die Menschen in der Ukraine weiterhin mutig und visionär bauen und gestalten. Da ist z. B. der vierstöckige Hub unserer Partnerorganisation ARTHELPS, wo Therapeutinnen mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Oder der Hub Campus für Christus Ukraine mitten in Kyiv.
Während draussen Drohnen für Terror sorgen, haben wir mit ukrainischen Kindern drinnen gemeinsam einen «Safespace» gebaut und eingerichtet – eine DREAM SOUND MACHINE, die Wünsche, Träume und Hoffnungen in Melodien verwandelt. Jedes Kind durfte eine persönliche Dream-Karte einwerfen und erleben, wie im Innern der Maschine Julia Buch und Jonathan Schmidt passend zum Traum eine spontan komponierte Melodie erklingen liessen. Zudem durften wir im ARTHELPS-Hub Kinder sowie unsere Brüder und Schwestern von Campus für Christus Ukraine mit Schlafkonzerten segnen. Man muss wissen: Ukrainerinnen und Ukrainer bekommen fast keinen Schlaf. Während sich der Krieg am Tag praktisch fast nicht bemerkbar macht, ist er in der Nacht eine böse Realität in Form von Drohnen- und Raketenangriffen. Während der Schlafkonzerte störte uns kein einziger Luftalarm und auch sonst war es in den vier Tagen, die wir in Kyiv verbrachten, ausserordentlich friedlich. Direkt nach unserer Abreise erfolgten aber wieder heftige mit Drohnen- und Raketenangriffe.
Bei aller Unsicherheit, Wut, Frust und Trauer, die bei den Menschen vorherrschen, haben wir in den Gesprächen mit unseren Arbeitskolleginnen und -Kollegen von Campus für Christus Ukraine und bei den Kindern und Jugendlichen unfassbar viel Hoffnung, Freude, Humor, tiefen Glauben, Vertrauen und Verbundenheit erlebt. Wir sind erschüttert darüber, was die Menschen in der Ukraine gerade erdulden müssen und beeindruckt davon, was sie gleichzeitig gerade leisten.
Wir nehmen zahlreiche segensreiche Begegnungen aus der Ukraine mit und haben einen Teil unseres Herzens dagelassen. Wir sind überzeugt, dass es sich gelohnt hat, mit den Menschen vor Ort Zeit zu verbringen, ihnen zuzuhören, von ihnen zu lernen, sie zu segnen und gemeinsam die Verbundenheit von Gottes weltweiter Familie zu erleben. Wir erzählen davon, was wir vor Ort gesehen haben, weil es den Ukrainerinnen und Ukrainern so wichtig ist, dass die weltweite Gemeinschaft weiss, was vor Ort abgeht. Wir nehmen Anteil am Leid der Zivilbevölkerung und beten, dass dieser Krieg so schnell wie möglich aufhören möge. Dass die Menschen ihre Hoffnung nicht verlieren und sie erleben, wie Gott in jeder Situation an ihrer Seite ist.
Weitere Eindrücke von Julia Buch gibt es im Central Arts Blog.
Central Arts ist eine Bewegung von Kreativen in der populären Kunst und in Kirchen und ein Ministry von Campus für Christus Schweiz. An der Explo 25 taucht Central Arts z. B. in Form eines Friedenschors auf, der eigens für die Explo 25 komponierte Friedenssongs singt.
«Das leben ist nicht schwarz-weiss» – der Titel des Projektes von Judy und Patrick könnte genauso gut der Claim ihres ganzen Lebens sein. Ich will wissen, wie es denn stattdessen ist, ihr Leben. «Auf jeden Fall sehr voll, sehr bunt, sehr vielfältig, teilweise herausfordernd. Aber voller Güte, Dankbarkeit, Hoffnung und Zuversicht.» Judys und Patricks Alltag ist geprägt von vielen Begegnungen mit sehr unterschiedlichen Menschen. Als interkulturelles Paar wissen sie eines sehr gut: «Der Mensch tendiert zur eigenen, kleinen Welt. Über andere Menschen lässt sich diese kleine Welt wieder weiter, grösser machen. Darin steckt ein enormer Reichtum.»
Wir treffen uns zu dritt. Online. Wie man das eben so macht, wenn einen geografisch über 600 Kilometer trennen. Ich weiss, dass ihre Tage eng getaktet sind. Umso mehr berührt es mich, dass die beiden mir am Bildschirm in einer fröhlichen Entspanntheit gegenübersitzen, als ob sie alle Zeit der Welt für unser Gespräch hätten. Schnell merke ich: Die beiden sind Menschen-Menschen.
Ich bitte Judy und Patrick, sich gegenseitig zu beschreiben. Judy legt los. Und zwar in einer Weise, als ob sie nicht schon bald drei Jahrzehnte verheiratet wären, sondern sich eben erst verliebt hätten. Patrick sei selbstbewusst, witzig, treu, unterstützend, talentiert, könne gut kommunizieren und gehe überall auf der Welt auf Leute zu, als gäbe es keine sprachlichen oder kulturellen Hürden zu nehmen. Patrick legt nach. Judy sei ein sehr offener Mensch, habe viel Energie, höre Menschen zu, komme ihnen nah und lasse für andere alles stehen und liegen.
Zur Frage, wie sie beschreiben würden, was sie tun: «Weil man, gerade in Deutschland (und in der Schweiz genauso [Anm. d. Autorin]), einen Beruf braucht, um sich zu erklären, ist das unser Beruf: Kunst. Musik. Schreiben. Sprechen.»
Über sich selbst sagen sie auch, sie seien Pilgernde. Sie wollen Lernende, Erlebende und Sich-Verändernde bleiben, weil Leben erstarrt und abstirbt, wenn es sich nicht bewegt. Wie das gelingt? «Auf jeden Fall da, wo man sich mit Menschen auseinandersetzt, die nicht so sind, wie man selbst ist.» Das gelingt, wenn man nicht nur spricht, sondern auch zuhört. Und indem man mit ein bisschen Demut durch die Welt geht. Immer im Bewusstsein, dass es auch andere Perspektiven als die eigene gibt. «Das Ganze ist immer mehr als nur die eigene Erfahrung.»
Judy und Patrick wandern nicht ziellos umher. Pilgern hat ein Ziel. Ihres ist die Ewigkeit. Die grosse Perspektive helfe, Dinge im Hier und Jetzt zu ordnen und Wichtigkeiten richtig zu sehen. In diesem Sinne war auch das Gespräch mit dem syrischen Kurden, der gestern in ihrem Garten sass und mit dem sie über seine Familie sprachen, wichtig. Eben wichtiger als die Dinge, die dringend erledigt werden mussten.
Über andere Menschen lässt sich diese kleine Welt wieder weiter, grösser machen.
Mit der Musik waren die beiden in den letzten Jahrzehnten rund um den Globus unterwegs. «Das Grossartige an Musik ist die Chance, an viele Orte zu reisen. In die Welt und in die Seele.» Von der kleinen Konzertlesung in Deutschland bis zu einem Auftritt in Rio de Janeiro vor Papst Franziskus und drei Millionen Jugendlichen haben sie schon alles gesehen, was das Leben zweier Kunstschaffender so hergibt. Bis zur Pandemie 2020 verging über zehn Jahre lang kein einziger Monat, ohne dass sie irgendwo auftraten. Über eine so lange Strecke von der Kunst zu leben, bedeutet vor allem eines: sehr viel Arbeit. «Kreativität ist zu 90 Prozent Schweiss, nicht Inspiration.» Ideen haben viele. Nur wenige probieren aus, setzen um und bleiben danach dran. Judy und Patrick gehören definitiv zu den Ausprobierern und Dranbleiberinnen dieser Welt. Sie sagen selten «Geht nicht.» oder «Wird kompliziert.», sie sagen: «Wir machen das jetzt einfach und hoffen, dass es funktioniert.»
Judy zeichnet unter anderem ihr «hörendes Herz» aus. Und so entstehen ihre Lieder nicht aus dem luftleeren Raum, sondern aus den Dingen, die sie hört, wenn sie in sich selbst hineinhört, andern und auch Gott zuhört. «Ich möchte das, was ich habe, anbieten und nicht für mich behalten. Das bleibt meine Motivation.» Ob das bedeutet, über Jahrzehnte hinweg neue Lieder zu schreiben und sie mit anderen zu teilen oder im eigenen Dorf einen Raum zu schaffen, wo sich Leute begegnen, die sich sonst nie begegnen würden, ist für die beiden einerlei. In allem, was sie mir erzählen, spüre ich ihren Antrieb, aus der persönlichen Beziehung zu Gott heraus Grosszügigkeit mit Menschen zu leben. So entsteht etwas Echtes zwischen Menschen.
Judy und Patrick leben mit ihren Söhnen auf dem Dorf. Ein grosser Kontrast zu den Orten, die sie weltweit besuchen. Aber auch ein guter Gegenpol zu dem vielen Unterwegssein. Die Welt ist auch in ihrem Dorf zu finden. Genauer im Zentrum für Geflüchtete. «Bei uns wurde aus einem viel zu lange währenden ‹Man müsste mal› an einem Nachmittag ein schlichtes ‹Wir gehen jetzt einfach!›.» Aus diesem Losgehen entstanden eine Arbeit mit Geflüchteten, ein Verein und unzählige Events und Initiativen. Nicht leicht, den Überblick zu behalten, wenn die beiden davon berichten, so vieles hat über die Jahre stattgefunden. Da sind erstmal die Sommer- und Begegnungsfeste, wo so unterschiedliche Geschichten zusammenkommen, weil so unterschiedliche Menschen auf ein und derselben Festbank sitzen.
Von der Kurdin bis zum Bundestagsabgeordneten. Dann hatten die beiden auch schon mal die Idee der «Küchentischgespräche». Drei Deutsche an einem Tisch, die verschiedener nicht sein könnten. Denn: Deutschsein sieht man einem nicht an. Es gibt solche, solche und solche. Und immer wieder verbinden Judy und Patrick den Gemeinschaftsgedanken mit Musik und laden Geflüchtete aus dem Dorf zum Singen ein. Was als Workshop in der Schule begann, wurde zum Projekt «HOME.Alpenmusik», zu mehreren Konzerten, Open Airs und Musikproduktionen in Zusammenarbeit mit fünf Musikvereinen aus dem Dorf. «Das war musikalisch und menschlich irgendwo zwischen Abenteuer und Wunder!» Eine Zeile aus einem Lied, das bei dieser Initiative entstand:
Das sangen sich die Menschen im beschaulichen Dorf Alpen zu. Und meinten es genau so. Dieses «Sehen und Gesehenwerden» macht einen grossen Unterschied. «Wir wollen den ganzen Menschen sehen. Nicht die Schubladen, die mit ‹geflüchtet› oder ‹muslimisch› oder ‹deutsch› beschriftet sind. Wenn du die Leute wirklich kennst, sprichst du nicht so über sie. Dann sprichst du einfach von ‹Alischer› oder von ‹Malalai›.» Ihr Engagement beschreiben Judy und Patrick als «Protest gegen Grossmaulparolen im Besonderen und die Ungerechtigkeit der Welt im Grossen und Ganzen.» Wir unterschlagen einen Schatz, wenn wir die soziokulturelle Erfahrung anderer nicht integrieren. Dafür muss man aber, egal ob in kirchlichen, gesellschaftlichen oder privaten Kontexten, Leute aus verschiedenen Hintergründen mit an den Tisch holen. Eine Gruppe von weissen Männern im mittleren Alter ist nun mal nicht vielseitig.
Auch im Privaten läuft das bei Judy und Patrick nicht anders. Sie verstecken beispielsweise an Ostern 160 Eier im eigenen Garten und laden alle ein, die kommen wollen. Auch die, die Ostern gar nicht kennen. Und so wurde dieser Feiertag tatsächlich ein Fest des Lebens. «Es ist ganz einfach. Wir sind so beschenkt von Gott. Wir haben alles. Es ist das Mindeste, was wir machen können.» Die Familie Bailey-Depuhl findet immer einen Grund zu feiern. Egal ob Feiertag, abgeschlossene Bachelorarbeit, ein anstehendes Jahr im Ausland oder 55 Lebensjahre. Als ich mit Judy und Patrick spreche, steht die nächste «Fami-ly-Sommer-Party» vier Tage bevor. «Es werden wohl weit über hundert Menschen da sein. Die Nachbarin genauso wie Geflüchtete, der Pfarrer und der Bürgermeister.» Übrigens: Man müsse nicht immer gross denken. Es gehe auch ganz klein. «Aber irgendwie mal machen.»
Judy und Patrick erzählen in ihrem Projekt «Das Leben ist nicht schwarz-weiss» nicht nur die schönen, sondern auch die schweren Geschichten. Und die Geschichten hinter den Geschichten. Sie lassen die Lasten, aber auch die Hoffnung nicht aus. «Man sollte beides erzählen.» Ihr Normal ist durchmischt. Wie bei allen von uns. Judy und Patrick sind Farbenund Hoffnungssammler, aber auch Verletzte und Stolpernde. Nichts bleibt bei den beiden an der Oberfläche. Auch nicht die Rede von der Verletzlichkeit. Sie legen den Finger auf die Stellen, die weh tun. Auf schattiges Familienerbe, ungelöste Geschichten, eine schwierige Vaterbeziehung, den jahrelangen Kampf mit Bulimie, Alltagsrassismus in Deutschland, strukturelle Ungerechtigkeit, Auswirkungen des Kolonialismus auf Barbados. Sie schreiben und singen von sich und über sich, aber auch über ihren Blick auf die Welt. Persönlich, biografisch, politisch und gesellschaftskritisch.
Unser Erbe, unsere kulturelle Prägung, trägt entscheidend dazu bei, wer wir sind. «Knowledge is Power», sagt Judy dazu. Das ist der Grund, warum die beiden tief graben, eine innere Reise zu ihren Wurzeln gemacht haben. Das Bild des Baumes ist ihnen dabei wichtig. «Wenn wir gute Früchte sehen wollen, uns um die Pflanze, die unser Leben ist, kümmern wollen, müssen wir uns auch für die Wurzeln interessieren.» Auch wenn es schwer ist. Auch wenn wir dabei auf Dinge stossen, die kein Mensch sich freiwillig in den Rucksack packen würde. Nur so entsteht ein neues Bewusstsein für die eigene Erfahrung.
Dass ich überhaupt hier bin, erfahre ich als Segen, wenn ich an meine Vorfahren denke, die viel überleben mussten.
«Dass ich überhaupt hier bin, erfahre ich als Segen, wenn ich an meine Vorfahren denke, die viel überleben mussten.» Wenn Judy über Generationen zurückblickt, ist da eine Geschichte von ausgerissenen Wurzeln. Westafrika, Sklaverei, die ganzen Abgründe von Unmenschlichkeit, Unterdrückung und Grausamkeit. «Unsere DNA hat Afrika nie vergessen.» Judy hätte so viel Grund, wütend zu sein. Heute als selbstbestimmte Frau zu leben, mit einem weissen Mann verheiratet sein zu wollen – pure Güte und Segen in Judys Retrospektive. Der Fluch liegt darin, dass die Geschichte bis ins Heute reicht. «Wenn ich rausgehe, könnte ich beleidigt und bespuckt werden, unsere Kinder könnten in Gefahr geraten, sie erleben immer wieder Diskriminierung. Das ist unsere Realität.»
Judys grosses Herz für die Geflüchteten in ihrem Dorf kommt nicht aus dem Nichts. Es versteht, weil es selber weiss. Gefragt nach ihrem Umgang mit dem Schmerzhaften, zu dem ihre Blutslinie führt, sagt sie: «Für mich ist es, wie es ist. Es ist ein Teil von dem, was ich trage.» Daran, wie Judy das sagt, haftet nichts Passives und auch kein Übertünchen. Sie benennt Unrecht klar, spürt den alten, unmenschlichen Geschichten nach, entscheidet aber selbst, was sie damit machen will. «Ich bin nicht Opfer.» «Gewisse Dinge muss man tragen, aber nicht immer ertragen», ergänzt Patrick.
Judy und Patrick leisten mit ihrer Kunst auch viel Aufklärungsarbeit in Sachen Rassismus. Als ich in Deutschland kürzlich einen kleinen Teil ihrer Konzertlesung besuchen durfte, machte ich folgende Beobachtung: Als sie auf die «weissen Privilegien» zu sprechen kamen, stand ein älterer, weisser Herr auf und verliess den Raum. Sehr schlechtes Timing, dachte ich. Vielleicht musste er nur aufs Klo. Vielleicht aber auch nicht. Privilegierte sollten zuhören und nicht ausweichen. Nicht mit Beschwichtigungen und Besserwisserei reagieren, nur weil es unangenehm wird. «Wir sind nicht an allem schuld, sind aber auch nicht so unschuldig, wie wir es gerne hätten.»
Judy und Patrick wünschen sich Menschen, die Antirassisten werden. Solche, die versuchen, zu entlernen. Einen Schritt zurück machen und Zuschreibungen, die sie automatisch machen, hinterfragen. Denn: «Wir sind wunderbar unterschiedlich und andererseits einfach gleich.»
Ich bin beschenkt und gesegnet durch meinen Vater. Aber auch zutiefst verletzt. Da ist beides da.
Patricks Wurzeln gehen zurück in ein Nachkriegsdeutschland, in eine Zeit, in der die meisten entschieden, nicht mehr über das zu reden, was war. Patrick ist auf einem Hof aufgewachsen, den seine Eltern zu einem Jugendcamp umgebaut haben. «Erstmal war so aufzuwachsen ein grosser Segen. Gleichzeitig war auch immer so eine Last da. Etwas Verstecktes. Ich konnte es nie benennen.» Viel wurde verschwiegen und blieb ein Geheimnis. «Das Unausgesprochene hat sich anders erzählt. In der cholerischen Art des Vaters. In Wut.» Eine Aussprache oder Versöhnung ist nicht mehr möglich. Patrick entdeckt erst nach dem Tod seines Vaters Familiengeheimnisse, die in ein Lebensborn-Heim der SS zur Zeit des Nationalsozialismus zurückgehen. Grosse Teile der Vergangenheit bleiben ungeklärt. Erst die heutige Enkelgeneration in Deutschland, zu der Patrick gehört, will wissen, wie ein gesunder Umgang mit den Dingen gelernt werden kann, über die alle nur schwiegen.«Ich bin beschenkt und gesegnet durch meinen Vater. Aber auch zutiefst verletzt. Da ist beides da.»
Die Fähigkeit, das Dunkle und Schwierige zu integrieren in ihre Geschichte, beeindruckt mich. Bei Judy und Patrick steht der Schmerz mit der Lebensfreude. Die Ungerechtigkeit mit der Grosszügigkeit. Der Schatten mit dem Licht.
Für uns ist es eine Gnade und ein Wunder.
Ein grosses Dennoch Gottes. Die Hoffnung. Die Liebe.
Das Leben. – Sie lassen sich nicht unterkriegen.
Patrick Depuhl ist Autor, Kommunikationswissenschaftler und eine Stimme, die bewegt. Mit Judy ist er unterwegs mit Konzerten und musikalischen Projekten. Zurzeit auch mit «Das Leben ist nicht schwarzweiss» – zutiefst persönliche Geschichten und Songs.
Judy Bailey ist Singer-Songwriterin und studierte Psychologin. Sie spielte ihre Lieder vor Millionären, Präsidentinnen und dem Papst, ebenso vor Obdachlosen, Geflüchteten und Gefangenen.
„Eine Beziehung zu führen bedeutet im Wesentlichen, die Bedürfnisse der beiden Partner auszubalancieren.“ So denken wir oft über Beziehungen. Wir brauchen auch nicht lange, um Beispiele aus unserem Paaralltag zu finden, die dies unterstreichen. Egal, ob es um die Ferienplanung, Ausgaben oder die Gestaltung unserer Freizeit geht –ständig müssen wir aushandeln, ob wir das tun, was wir wollen, oder was unser Partner möchte. Und natürlich setzt sich jeder dabei für seine eigenen Wünsche ein. Doch das ist nur eine mögliche Sichtweise auf Beziehungen. Und sie ist nicht einmal besonders empfehlenswert.
Eine Beziehung als solches Nullsummenspiel zu betrachten, hat ein paar Nachteile. Diese Sichtweise ist nicht beziehungsfördernd, weil die Partnerin so die Rolle der Gegenspielerin zugewiesen bekommt, deren Wünsche die Erfüllung meiner Wünsche blockieren. Zudem widerspricht sie sowohl wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch der christlichen Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Den ganzen Blogbeitrag findest du hier: familylife.ch/den-fokus-auf-andere-statt-auf-sich-selbst-richten/
FAMILYLIFE stärkt Menschen in ihren familiären Beziehungen und in ihrer Beziehung mit Gott – mit Schulungen, Kursen und weiteren Angeboten für Paare, Eltern und Geschiedene.
Das Amen Magazin kann auch Film. Ein fünfköpfiges Team machte sich auf eine spannende Reise quer durch die Schweiz und traf sechs Menschen, die ein Stück Himmel auf Erden erlebt haben.
Für die Explo 25 erzählten Fabian, Rosmarie, Vincenzo, Navina, Anna und Ivana vor laufenden Kameras, wie Gott in ihr Leben hineingewirkt hat. Es entstehen sechs Videoreportagen, die zeigen: Gott begegnet uns heute, hier auf der Erde. Und wenn das geschieht, verändern sich Perspektiven, werden Gebete erhört, wird Leid erträglich, verliert Angst ihre Macht. Wo der Himmel in einem Leben durchbricht, verwandeln sich Heimatlosigkeit in Verbundenheit und Einsamkeit in Angenommensein.
Die Amen-Filmcrew hat die sechs Personen in ihrem Zuhause besucht und jeweils einen ganzen Tag lang auf Schritt und Tritt begleitet. Einen Einblick in ihre bewegenden Geschichten geben sie in Videointerviews, die im Hauptprogramm an der Explo 25 zu sehen sein werden. Die ausführlichen Reportagen folgen 2026 und werden online zugänglich sein. Geplant sind zudem Filmvorführungen im Hub von Campus für Christus in Zürich-Altstetten.
Andy lebt schon mehrere Jahre als Deutscher auf Mallorca. Als wir ihn dieses Jahr im Reach Mallorca trafen, erzählte er uns, dass er vor zwei Monaten auf einer Brücke stand, um sich das Leben zu nehmen, bis ihn etwas zurückzog. Als Legionär hatte er unzählige Menschen getötet. Erst kürzlich kam er aus dem Gefängnis wegen Körperverletzung. Als wir ihn letztes Jahr trafen, war er noch sehr ablehnend, aber dieses Jahr sprach er mit vielen Teilnehmern und nahm an unserem Alphalive am Strand teil. In diesen Tagen entschied er sich für ein Leben mit Jesus und liess sich taufen. Sein Gesichtsausdruck war komplett verändert, als er aus dem Wasser stieg. Ab diesem Zeitpunkt kam er jeden Abend und erzählte anderen Menschen seine Geschichte. Am Schluss besuchte er mit uns eine lokale Kirche.
Solche Geschichten erlebten diesen Sommer die 350 Teilnehmende des Reach Mallorca Outreach. In ihrem Einsatz schenkten sie Hunderten von Menschen neue Hoffnung, führten Dutzende zu einer Entscheidung für Jesus. Davon liessen sich 15 Personen taufen. Verteilt auf der ganzen Insel am Ballermann, die britische Partyzone in Magaluf, die holländische Partyzone und in der Hauptstadt Palma wurde gebetet, ermutigt und manchmal auch einfach von weitem gesegnet. Die Einsatzteams waren sprachlich dieses Jahr in Deutsch, Spanisch und Englisch unterwegs. Jede und jeder konnte ihre Stärken einbringen, sei es in der Moderation, beim Worship, im Theater oder beim Teilen ihrer Geschichte mit Gott. So erzählte eine Teilnehmerin: «Die Zeit beim Reach Mallorca Outreach war der Hammer! Ich hatte tolle Gespräche am Ballermann und wuchs in meiner persönlichen Beziehung zu Gott».
An der Explo 25 kannst du auch so einen Einsatz erleben. Komm an unseren evangelistischen Foxtrail oder erlebe ein THE FOUR Training hautnah!
Mehr zu den Aktivitäten an der Explo 25.
In Hallau (SH) entsteht derzeit ein bemerkenswertes Projekt, das weit über die regionalen Grenzen hinaus Hoffnung schenken soll. Unter dem Titel „Ein Container. Ein Zuhause.“ verwandelt die Freikirche Chrischona Hallau in enger Zusammenarbeit mit Global Aid Network (GAiN) Switzerland einen unscheinbaren 40-Fuss-Frachtcontainer in ein vollwertiges und sicheres Zuhause für einen Rentner in der Ukraine. Das Projekt, das von vielen Freiwilligen und Firmen aus der Region getragen wird, ist mehr als nur ein Bauvorhaben – es ist ein praktisches Beispiel für “Himmel auf Erden”. René Rüedi, Co- Bauleiter meint dazu passend: “Mich begeistert das Projekt, weil man anpacken kann und das Endprodukt bei Menschen in Not ankommt und deren Lebensqualität fundamental verändert wird.”
Die Freiwilligen entrosten und dämmen den Container, verlegen Elektrik und installieren Fenster und Türen. Am Ende wird ein komplett ausgebauter Wohnraum inklusive Küche und Badezimmer zur Verfügung stehen. Ziel ist es, den Ausbau bis Ende September fertigzustellen. Die Auslieferung ist für das Frühjahr 2026 geplant.
An der Explo kannst du den ausgebauten Container exklusiv besichtigen und mehr über das Projekt “Ein Container. Ein Zuhause.” erfahren. GAiN bietet auch die Möglichkeit, im Hilfsgüterlager praktisch anzupacken und die Organisation besser kennenzulernen.

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